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Drei Katapulte, 40 Flugzeuge, 10 Milliarden Euro: Frankreich baut neuen Superträger

Neuer Flugzeugträger, "Freies Frankreich"
Neuer Flugzeugträger, "Freies Frankreich" Copyright  Capture d'écran d'une vidéo Agence France-Presse
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Von Sophia Khatsenkova
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Mitten in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen setzt Frankreich auf Machtprojektion zur See: Für rund 10 Milliarden Euro entsteht ein neuer Flugzeugträger, der die maritime Rolle des Landes auf Jahrzehnte sichern soll.

Der künftige Flugzeugträger der französischen Marine wird den Namen "France Libre" tragen. Emmanuel Macron gab den Namen des Schiffs der neuen Generation am Mittwoch bei einem Besuch auf dem Gelände der Naval Group in Indret bekannt, einem Standort in der Stadt Nantes im Westen Frankreichs, wo der Bau bereits angelaufen ist.

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Das neue Kriegsschiff soll die "Charles de Gaulle" ersetzen, derzeit Frankreichs einzigen Flugzeugträger. Das Schiff soll 2038 in den Dienst gestellt werden. Mit dem Projekt will Frankreich seine maritimen Ambitionen in einem internationalen Umfeld unterstreichen, das von wachsenden Spannungen geprägt ist.

Ein Schiff in neuer Größenordnung

Der künftige Flugzeugträger wird deutlich größer sein als sein Vorgänger. Mit einer Länge von rund 300 Metern und einem Einsatzgewicht von etwa 80.000 Tonnen wird er fast doppelt so groß sein wie die "Charles de Gaulle".

An Bord sollen rund 40 Luftfahrzeuge Platz finden, darunter Kampfflugzeuge und Drohnen. Zudem wird das Schiff mit drei elektromagnetischen Katapulten ausgestattet. Das soll den Flugbetrieb an Bord effizienter machen. Nach bisher bekannten Angaben sollen dabei auch Systeme des US-Unternehmens General Atomics zum Einsatz kommen.

Ein strategisches und industrielles Großprojekt

Der Flugzeugträger wird von zwei Kernreaktoren angetrieben und soll dadurch über lange Zeiträume hinweg ohne häufige Versorgung operieren können. Der Bau ist auf rund 20 Jahre angelegt und wird nach derzeitigen Schätzungen etwa 10 Milliarden Euro kosten. Das Projekt dürfte mehrere Tausend Arbeitsplätze in Frankreich schaffen.

Weltweit verfügen derzeit nur die USA und Frankreich über nuklear angetriebene Flugzeugträger. Andere Mächte wie China und Indien setzen bislang auf konventionelle Antriebssysteme.

Ein Symbol der Macht in angespannten Zeiten

Mit dem Namen "France Libre" stellt Macron das künftige Schiff bewusst in die Tradition der französischen Geschichte. Der Name verweist auf die Résistance-Bewegung "La France libre", die General Charles de Gaulle nach seinem Appell vom 18. Juni 1940 aus London ins Leben rief. Damit reiht sich der neue Träger auch symbolisch in die Linie früherer französischer Flugzeugträger wie "Clemenceau", "Foch" und "Charles de Gaulle" ein.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Macron seit Wochen auf die Notwendigkeit verweist, Frankreichs Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Anfang März betonte er in einer Rede zur nuklearen Abschreckung die Bedeutung militärischer Stärke für die strategische Handlungsfreiheit des Landes.

Zugleich äußert sich der Präsident zunehmend zu maritimen Sicherheitsfragen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten und der Störungen rund um die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den Welthandel. Anfang März ordnete Macron zudem die Verlegung des Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" ins Mittelmeer an.

Technologische und geopolitische Herausforderungen

Der künftige Flugzeugträger wird sich zum Teil auf im Ausland entwickelte Technologien stützen, insbesondere auf elektromagnetische Katapulte, die von der amerikanischen General Atomics geliefert werden. Sie beschleunigen Flugzeuge beim Start in kurzer Zeit auf hohe Geschwindigkeit, ersetzen die bisher üblichen Dampfsysteme und gelten als präziser und flexibler im Einsatz.

Dass Frankreich dabei auf zentrale Technik aus dem Ausland zurückgreift, wirft in geopolitisch angespannten Zeiten auch Fragen nach der industriellen Souveränität des Landes auf. Mit dem geplanten Baubeginn des Schiffsrumpfs ab 2031 in Saint-Nazaire an der Atlantikküste tritt das Langfristprojekt nun in die nächste konkrete Phase ein.

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