Vom 3. bis 5. September findet in Granada die Premiere des wandernden Festivals Neorama für junge Musiktalente statt, mit 40 Konzerten, 500 Teilnehmenden und Musik von Jazz bis Elektro.
An drei Tagen werden einige der bekanntesten historischen Orte Granadas zur Bühne für eine neue Generation von Musikerinnen und Musikern. Vom dritten bis zum fünften September beherbergt die Stadt die erste Ausgabe von Neorama, ein Festival, das die Sichtbarkeit aufstrebender musikalischer Talente aus verschiedenen Regionen Spaniens erhöhen soll.
Initiiert von der Confederación de Juventudes Musicales de España (JME) anlässlich ihres 75. Jubiläums will Neorama die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker enger mit ihrem Einstieg in die Berufswelt verbinden. Die Veranstalter bezeichnen es als erstes landesweit tourendes Festival, das sich ausdrücklich dem musikalischen Nachwuchs widmet.
In der ersten Ausgabe sind 40 Konzerte und 500 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer geplant, darunter 325 Musikerinnen, Musiker und andere Kunstschaffende, die auf den verschiedenen Bühnen auftreten. Die Musik erklingt an Orten wie dem Teatro del Generalife, dem Auditorio Manuel de Falla, dem Carmen de los Mártires, der Fundación Rodríguez-Acosta, der Plaza de los Aljibes oder dem Innenhof des Rathauses.
Das Programm ist stilistisch breit aufgestellt. Es gibt Flamenco, Rock, Jazz, klassische, alte und sinfonische Musik, Elektronik, Indie, Punk, Pop und Folk mit Acts aus vielen Teilen Spaniens.
„Drei Tage lang wird Granada mit Musik aller Stilrichtungen vibrieren“, sagte die andalusische Kulturministerin Patricia del Pozo bei der Vorstellung des Festivals. Sie hob hervor, dass die jungen Leute in Orten „von hohem historischem und künstlerischem Wert“ auftreten und dass das Festival ihnen „als Sprungbrett in die Professionalität“ dienen soll.
Von Galicien bis Ceuta: elf Nachwuchsprojekte
Zu den elf ausgewählten Nachwuchskünstlerinnen, -künstlern und Ensembles gehören sehr unterschiedliche Projekte: die Musikene Big Band aus dem Baskenland, die Urban-Musik-Künstlerin Julia Cry aus Murcia, das Liceu BLAM Collective aus Katalonien, das Mühlfeld Ensemble aus Andalusien, Perímetro aus Melilla, Alana aus Galicien, Blung aus Ceuta, Naked Eva aus Kastilien-León und Pitxorines von den Balearen, um nur einige zu nennen.
Die Regionen sind jeweils durch Musikprojekte vertreten, die zwei Auftritte absolvieren und sich um mehrere Auszeichnungen bewerben können. Neorama versteht sich damit nicht nur als Reihe von Konzerten, sondern auch als Plattform, die junge Musikerinnen und Musiker Festivals, Institutionen und Fachleuten der Branche näherbringt.
Alhambra: eine der großen Festivalbühnen
Einer der Höhepunkte ist der Abend des dritten September im Teatro del Generalife. Dort tritt die JM World Orchestra gemeinsam mit dem Coro de Ópera de Granada unter der Leitung von David Fernández Caravaca auf. Auf dem Programm steht außerdem „Noches en los jardines de España“ von Manuel de Falla mit der Pianistin Susana Gómez – im Jahr des 150. Geburtstages des Komponisten.
Die Orquesta Joven de Andalucía (OJA) ist ebenfalls prominent vertreten. Sie bestreitet fünf Kammermusik-Konzerte mit 17 Mitgliedern des Orchesters. Die jungen Musikerinnen und Musiker spielen Werke von Mozart, Brahms, Dvořák, Ravel, Turina, Toldrà und Elizabeth Maconchy an Orten wie dem Corral del Carbón, dem Carmen de los Porcel, dem Carmen de los Mártires, der Fundación Rodríguez-Acosta und Torres Bermejas.
Das Festival endet am fünften September im Teatro del Generalife mit SuperArte, einer Show, in der Musikerinnen und Musiker der Joven Orquesta Sinfónica de Granada gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern mit unterschiedlichen Behinderungen der Fundación SIFU auftreten, dirigiert von Oriol Saña. Inklusion und Barrierefreiheit gehören zu den Leitmotiven, die die Veranstalter in den Mittelpunkt des Projekts stellen wollen.
Mehr als nur Konzerte
Neorama bietet außerdem Begegnungen und Workshops zu Themen, die direkt alle betreffen, die in der Musik Fuß fassen wollen, etwa Professionalisierung, Gleichstellung, Künstliche Intelligenz, Innovation, Barrierefreiheit, Bildung, Unternehmertum und das Statut der Künstlerinnen und Künstler.
Zum Programm gehören Debatten über die Chancen der Zirkulation von jungem Talent, über die Rolle der Frauen in der Musik und über den Wandel, den die Künstliche Intelligenz im Sektor auslöst. Alle Angebote sind kostenlos, allerdings ist wegen des begrenzten Platzangebots eine vorherige Reservierung der Tickets nötig.
Mit dieser ersten Ausgabe will sich Neorama als Plattform etablieren, auf der Musikerinnen und Musiker, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen, vor neuem Publikum auftreten, Kontakte zur Branche knüpfen und sich mit anderen jungen Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Teilen Spaniens vernetzen können. Die Organisatoren fassen das Ziel so zusammen: Es soll „ein territorialer Treffpunkt entstehen, der Laufbahnen verbindet – mit jungen Menschen an der Spitze“.