Wenn Covid Krebsbehandlungen bremst

Wenn Covid Krebsbehandlungen bremst
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Von Isabel Marques da Silva
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Die Coronavirus-Pandemie hat die Behandlung von Krebspatienten in Europa auf katastrophale Weise beeinträchtigt. Zu dieser Einschätzung kommt die Weltgesundheitsorganisation am Weltkrebstag.

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Die Coronavirus-Pandemie hat die Behandlung von Krebspatienten in Europa auf katastrophale Weise beeinträchtigt. Zu dieser Einschätzung kommt die Weltgesundheitsorganisation am Weltkrebstag. Jedes dritte EU-Land meldete demnach Verzögerungen bei Diagnosen und Behandlungen, besonders während der ersten Covid-Welle vor einem Jahr. Dies habe einen direkten EInfluss auf die Überlebenschancen von Hundertausenden Patienten, so die WHO.

Eine Meinung, die gegenüber Euronews von zwei Spezialisten aus Belgien und Großbritannien geteilt wird. In vergangenen April seien 44 Prozent weniger neue Fälle registriert worden, im September 14 Prozent, sagt Anne Boucquiau von der Belgischen Krebs-Stiftung. Das bedeute, dass etwa 5000 Patienten erst spät diagnostiziert worden seien.

Und Mark Lawler von der Europäischen Krebs-Organisation erklärt, vier von zehn Patienten hätten ihre Chemotherapie nicht rechtzeitig bekommen. Die EU-Kommission versprach, für ähnliche Situationen in der Zukunft Notfallpläne zu entwickeln. So soll der neue Anti-Krebs-Plan Telemedizin und Fernbehandlung via Computer stärken.

Experten sagen, auch mentaler Stress und wirtschaftliche Angst müssten bekämpft werden. Die Menschen konzentrierten sich derzeit fast ausschließlich auf die Pandemie, so Boucquiau. Viele hätten dramatische Einkommensverluste hinnehmen müssen und vernachlässigten ihre Gesundheit. Arztbesuche würde verschoben trotz beunruhigender Symptome, vor allem bei Hautkrebs. Doch es gebe keinen Grund, den Arzt nicht zu sehen.

Die Europäische Krebs-Organisation schlägt den Regierungen Aufklärungskampagnen vor, um den Menschen die Situation bewusst zu machen. Zugleich werden höhere Forschungsmittel gefordert.

In der ersten Phase der Pandemie seien klinische Tests zurückgegangen, meint Lawler. Auch die medizinische Forschung habe um 80 Prozent abgenommen. Deshalb müsse die Krebsforschung dringend wieder voll aufgenommen werden. Es müssten bessere Diagnosewege und Behandlungsmethoden gefunden werden.

Die Kommission kündigte an, noch im diesem Jahr ein neues Krebszentrum und ein Krebsregister einzurichten.

Journalist • Stefan Grobe

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