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Europawahl: Kremlnahe Hackergruppe greift niederländische Parteien an

Geert Wilders von der PVV (Partei für die Freiheit), eine der Parteien, die Berichten zufolge Ziel des Cyberangriffs waren
Geert Wilders von der PVV (Partei für die Freiheit), eine der Parteien, die Berichten zufolge Ziel des Cyberangriffs waren Copyright Peter Dejong/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
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Von Mared Gwyn JonesHeilika Leinus
Zuerst veröffentlicht am
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Am Donnerstag griffen Hacker die Webseiten von mindestens drei politischen Parteien in den Niederlanden an. Die kremlnahe Hackergruppe HackNeT übernahm die Verantwortung.

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Am ersten Tag der Europawahl gab es einen offenbar koordinierten Angriff auf die Websites niederländischer politischer Parteien und der Institutionen der Europäischen Union. 

Mindestens drei niederländische politische Parteien - Christlich-Demokratischer Aufruf (CDA), Partei für die Freiheit (PVV) und Forum für Demokratie (FvD) - teilten mit, dass ihre Websites am Donnerstag von Hackern angegriffen wurden.

Die kremlnahe Hackergruppe HackNeT übernahm die Verantwortung für den Angriff auf ihrem Telegram-Kanal. Außerdem habe die Hackergruppe die niederländische Reformierte Politische Partei (SGP) und den Europäische Rechnungshof angegriffen.

Am Donnerstagnachmittag war die Webseite des Europäischen Rechnungshofs ebenfalls nicht erreichbar. 

Angriff auf Demokratie

Die christdemokratische CDA, die der Europäische Volkspartei (EVP) angehört, teilte in einer Erklärung auf X mit, dass seine Webseite durch einen ernsthaften DDoS-Angriff vorübergehend weniger erreichbar gwesen sei. "Am Wahltag betrachten wir das als einen Angriff auf freie, demokratische Wahlen. Wir haben ihn bei den entsprechenden Behörden gemeldet. Inzwischen ist unsere Webseite wieder erreichbar."

Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Forum für Demokratie, Thierry Baudet, meldete ebenfalls auf X , dass die Website seiner Partei nicht erreichbar sei. Baudet sagte, dass "das ganze Team Überstunden macht, um den Angriff abzuwehren", und fügte hinzu: "Russland?"

Die Website der Partei für die Freiheit von Geert Wilders war am Donnerstag ebenfalls nicht erreichbar.

72 Stunden vor der Wahl "kritisch"

Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender Bedenken, dass die Europawahl - die größte länderübergreifende Wahl in der Geschichte - anfällig für Unterwanderungsversuche bösartiger ausländischer Akteure ist.

EU-Beamte erklärten am Mittwoch, dass sie den Zeitraum von 72 Stunden vor der Wahl als "kritisch" betrachteten, und fügten hinzu, dass sie entsprechende Teams mobilisiert hätten, um auf jegliche Bedrohungen wie Cyberangriffe oder koordinierte Desinformationskampagnen schnell zu reagieren.

Die Beamten fügten hinzu, dass in mehreren EU-Ländern - darunter Italien, Spanien, Deutschland und Polen - in den vergangenen Tagen Kampagnen zur Verbreitung von Desinformationen im Zusammenhang mit der Wahl aufgedeckt wurden. Darunter befanden sich auch Versuche, die Wähler davon abzuhalten, zu den Wahlurnen zu gehen oder sie zu ermutigen, ihre Stimmzettel ungültig zu machen.

HackNeT ist ein Hackernetzwerk, das nach Angaben einiger westlicher Cybersicherheitsfirmen mit den russischen Geheimdiensten zusammenarbeitet.

Die Gruppe kündigte heute Morgen auf ihrem Telegram-Kanal an, dass sie anlässlich des Beginns der Wahl zum Europäischen Parlament "die Internetinfrastruktur Europas" ins Visier nehmen würde.

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