Der ukrainische Präsident bemüht sich nach Kräften, die europäische Unterstützung für die Kriegsanstrengungen seines Landes zu gewinnen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Donnerstag in London mit den Staats- und Regierungschefs des Vereinigten Königreichs und der NATO zusammen, um seinen "Siegesplan" für den Krieg gegen Russland zu erörtern.
An dem Treffen nahmen neben dem britischen Premierminister Keir Starmer und NATO-Generalsekretär Mark Rutte auch der britische Außenminister David Lammy, Verteidigungsminister John Healey und der Chef der Streitkräfte, Admiral Tony Radakin, teil.
Das Treffen bot die Gelegenheit, "den Plan durchzugehen und im Detail zu besprechen", so Starmer.
Nach den Gesprächen mit den britischen Beamten reiste Selenskyj nach Frankreich zu einem Treffen mit Präsident Emmanuel Macron.
Am Freitag wird Selenskyj in Berlin mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammentreffen und auch nach Italien reisen, um den Plan zu besprechen.
Über Einzelheiten von Selenskyjs "Siegesplan" wurde Stillschweigen bewahrt, aber gewisse Konturen sind bereits erkennbar - darunter die Aufforderung zu schnellem Handeln in Bezug auf Entscheidungen, die die westlichen Verbündeten seit dem Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 in Erwägung ziehen.
Ursprünglich sollte der ukrainische Staatschef den Plan an diesem Wochenende bei einem Treffen westlicher Staats- und Regierungschefs und Verteidigungsminister in Deutschland vorstellen, doch wurde der Termin verschoben, nachdem US-Präsident Joe Biden angekündigt hatte, er bleibe in den USA, um auf den drohenden Hurrikan "Milton" zu reagieren.
Selenskyj sagte, er hoffe, dass das Treffen bald nachgeholt werden könne.
Die Ukraine ist in hohem Maße auf die Unterstützung des Westens angewiesen, einschließlich militärischer und finanzieller Hilfe im Wert von mehreren Milliarden Dollar, um den Kampf gegen Russland nach fast 1.000 Tagen der Kämpfe fortzusetzen.
Da die Ukraine befürchtet, dass die entscheidende Hilfe aufgrund politischer Veränderungen in den Geberländern gefährdet sein könnte. Aus diesem Grund baut sie ihre eigene Waffenindustrie auf. Außerdem will das Land mehr Geld von den Steuerzahlern aufbringen, um die Kriegsanstrengungen zu finanzieren.
Das ukrainische Parlament hat am Donnerstag in zweiter Lesung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die sogenannte Militärsteuer des Landes von 1,5 Prozent auf 5 Prozent anhebt. Es werden noch einige Änderungen erwartet, bevor das Gesetz in Kraft tritt.