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Ungarns Oppositionschef Magyar nennt Orbán "Verräter"

Oppositionspolitiker Peter Magyar (Mitte) schwenkt eine Fahne bei einem Marsch in Budapest am Sonntag, fünfzehnten März 2026. (AP Photo/Denes Erdos)
Oppositionspolitiker Peter Magyar schwenkt bei einem Marsch in Budapest eine Fahne am Sonntag, 15. März 2026. (AP Photo/Denes Erdos) Copyright  AP Photo
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Von Sandor Zsiros
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Oppositionspolitiker Péter Magyar hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bei einer Kundgebung in Budapest als "Verräter" bezeichnet. Er wirft ihm vor, russische Agenten zur Wahlmanipulation anzuwerben.

Ungarns führender Oppositionspolitiker Péter Magyar hat Ministerpräsident Viktor Orbán als Verräter bezeichnet. Außerdem warf er dem Regierungschef vor, russische Agenten anzuwerben, damit sie sich in die bevorstehenden Parlamentswahlen einmischen.

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Magya sprach auf einer Kundgebung im Zentrum von Budapest zum ungarischen Nationalfeiertag - kurz nach Ministerpräsident Viktor Orbán. Die Wahlveranstaltung fand auf einem Platz statt, der an den ungarischen Aufstand von 1848 gegen die habsburgische Herrschaft erinnert, den das Russische Kaiserreich am Ende niederschlug.

Ungarn wählt am 12. April ein neues Parlament. In den meisten Umfragen liegt Magyars Tisza-Partei vor Orbáns Regierungspartei Fidesz. Fidesz hat in Ungarn seit 2010 eine absolute Mehrheit derAbgeordneten im Parlament.

Vorwurf der Wahlmanipulation durch russische Agenten

"Orbán hat die fähigsten russischen Agenten in unser Land eingeladen, damit sie die Wahlen beeinflussen und uns erneut unseres heiligsten Gutes berauben: der ungarischen Freiheit, für die unsere Vorfahren ihr Leben gaben“, sagte Magyar.

Damit spielte er auf Medienberichte an, nach denen Russland ein Team von Agenten in seine Botschaft in Budapest entsandt haben soll, um den Wahlkampf zugunsten Orbáns zu beeinflussen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

"Lügen, Täuschung und Einschüchterung – das ist es, was sie für uns bereithalten. Viktor Orbán hat die ungarische Freiheit für 30 Silberlinge verkauft, für sich und seine Dynastie. Schande, Schande, Schande“, sagte Magyar.

Magyar griff auch direkt Orbáns Wahlkampfbotschaft an. Der Regierungschef stellt sich darin als Garant von Frieden und Stabilität dar und beschreibt die Opposition als Kraft, die Ungarn in den Krieg ziehen würde.

"Krieg zu provozieren, mit Krieg zu drohen, zum Krieg aufzuhetzen – das ist seine letzte Waffe gegen die Ungarn, eingesetzt, um sich an der Macht zu halten“, beklagte Magyar. Seine Tisza-Partei lehne jede Form militärischer Beteiligung am Ukraine-Krieg strikt ab.

"Wir wollen keinen Krieg, wir wollen keinen Krieg“, betonte er.

Opposition rückt Lebenshaltungskosten in den Mittelpunkt

Magyar widmete einen großen Teil seiner Rede wirtschaftlichen Themen. Er versprach, den Lebensstandard zu verbessern und den Druck steigender Lebenshaltungskosten auf die ungarischen Haushalte abzufedern.

"Viktor Orbán ist ein Verräter, der unsere gemeinsame Zukunft verspielt hat. Er hat kein Land aufgebaut, sondern sein eigenes Herrschaftsgebiet. Er hat die Heimat nicht vorangebracht, sondern sie zum ärmsten und korruptesten Staat in der EU gemacht", sagte Magyar.

Er kündigte an, eine künftige Regierung unter seiner Führung werde die für Ungarn vorgesehenen EU-Mittel zurückholen, die derzeit wegen Bedenken über Korruption und Rechtsstaatlichkeit eingefroren sind.

Magyar versprach zudem, die Sanierung der öffentlichen Dienste zur Priorität zu machen, falls seine Partei die Wahl gewinnt.

"Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf die bestmögliche öffentliche Gesundheitsversorgung, ganz gleich, wo sie leben. Sie haben Anspruch darauf, nicht vorzeitig an vermeidbaren Krankheiten zu sterben und nicht jahrelang auf eine Routineuntersuchung warten zu müssen", erklärte der Orban-Herausforderer.

Der Oppositionspolitiker kündigte außerdem an, er werde das Amt des Ministerpräsidenten auf zwei Amtszeiten begrenzen, sollte Tisza an die Regierung kommen.

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