Erstmals seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine reist eine hochrangige NATO-Delegation an, um über die Einbindung ukrainischer Soldaten in Manöver zu beraten.
Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine ist mindestens eine Person getötet worden. Parallel dazu hält sich am Sonntag erstmals seit Beginn der russischen Vollinvasion im Jahr 2022 eine hochrangige NATO-Delegation in der Ukraine auf.
Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte setzte Russland 139 Drohnen verschiedener Typen ein, darunter Shahed-Kampfdrohnen. Die Luftabwehr konnte 127 davon abschießen oder elektronisch stören.
In der südlichen Frontregion Cherson meldeten die Behörden eine getötete sowie drei verletzte Personen. Die Regionalverwaltung schrieb auf Telegram, dass in den vergangenen 24 Stunden 34 Gemeinden von Drohnenangriffen, Luftschlägen oder Artilleriebeschuss betroffen gewesen seien.
Getroffen wurden Wohngebiete, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie Teile der sozialen Infrastruktur.
Weitere russische Angriffe wurden aus den Frontregionen Sumy und Donezk gemeldet. Dort kam es laut den Regionalverwaltungen zu schwerem Beschuss und Drohnenangriffen. In Sumy wurden dabei fünf Menschen verletzt. Der ukrainische Zivilschutz berichtete zudem von einem Angriff auf Rettungskräfte, die nach einem vorherigen russischen Schlag im Einsatz waren.
Unterdessen erklärte Robert Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Einheiten für unbemannte Systeme, auf Telegram, die Ukraine habe in der russischen Region Brjansk zwei Flugabwehrfahrzeuge zerstört – einen Raketenwerfer sowie ein Transport- und Ladefahrzeug für Raketen.
NATO-Delegation in der Ukraine: Gespräche über künftige Zusammenarbeit
Auf diplomatischer Ebene besucht erstmals seit Beginn der russischen Vollinvasion im Jahr 2022 eine hochrangige NATO-Delegation die Ukraine. Geleitet wird sie vom französischen Admiral Pierre Vandier.
Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Pawlo Palisa, schrieb auf X, man habe „im Detail die Einbindung ukrainischer Soldaten in künftige NATO-Übungen in der Rolle eines angenommenen Gegners“ besprochen. Zudem sei über die Zukunft des NATO-Ukraine Joint Analysis, Training and Education Centre (JATEC) beraten worden, das die Zusammenarbeit zwischen den ukrainischen Streitkräften und der NATO stärken soll.
Unterdessen erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag, eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe Moskau höhere Ölexporte ermöglicht. Mit den Einnahmen werde der Krieg gegen die Ukraine finanziert.
Am Samstag traf in Miami eine von Selenskyj entsandte Delegation mit Vertretern der USA zusammen, um die Friedensgespräche neu zu beleben. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff sprach auf X von "konstruktiven" Gesprächen. Die Treffen, an denen auch Jared Kushner teilnahm, seien Teil laufender Vermittlungsbemühungen gewesen. Ziel sei es, verbleibende Streitpunkte einzugrenzen und Fortschritte in Richtung eines umfassenden Friedensabkommens zu erzielen.
Der Krieg im Iran bindet derzeit große Teile der internationalen Aufmerksamkeit. Die trilateralen Gespräche mit Russland, die bislang keinen Durchbruch gebracht haben, liegen daher vorerst auf Eis.