In der Arena Berlin präsentieren Künstler erschwingliche Werke für Einsteiger und Sammler. Die Messe zeigt Trends im Kunstmarkt und bietet Chancen auf neue Entdeckungen.
Kunst für kleines Geld – keine Selbstverständlichkeit. Doch auf der Affordable Art Fair werden Sammler selbst unter 500 Euro fündig. Mehr als 400 Künstler stellen in der Arena Berlin auf rund 6.500 Quadratmetern ihre besten preiswerten Werke aus, alle unter 10.000 Euro. Seit etwa 15 Jahren findet die Messe in Hamburg statt und nun zum dritten Mal in Berlin. Auch in Städten wie New York, Singapur, Hong Kong, London und Wien findet die Messe jährlich statt.
Dabei lässt sich manchmal eine gute Investition machen: "Wir haben immer mal wieder Künstler, die sich super entwickeln", erklärt Oliver Lähndorf, Direktor der Kunstmesse. Ein Beispiel: Der Maler Christoph Rode, dessen Bilder mittlerweile teilweise für deutlich mehr als 10.000 Euro verkauft werden. Inzwischen werden nur noch seine kleineren Werke auf der Messe ausgestellt.
Etwa 10.000 Besucher erwartet Lähndorf an diesem Wochenende. Etwa jeder Vierte kauft hier, viele zum ersten Mal, so der Kunstexperte. "Es ist schön, dass die jüngere Generation immer mehr Kunst sammelt. Es ist ein richtiger Trend im Kunstmarkt: Der First-Time-Buyer-Boom." War lange Kunst vor allem für ältere Personen leistbar, mischen inzwischen junge Erwachsene kräftig als Käufer mit.
Wachsende Kunstszene
Von Pop Art, die an Andy Warhol erinnert, bis hin zu ausgefallenen Skulpturen in Rabenform ist für jeden Geschmack etwas bei der Messe dabei. Genau das Richtige für die Besucher, denn Kunst kommt hierzulande gut an: Durchschnittlich verbringen Menschen in Deutschland über 10 Jahre eine Stunde und 18 Minuten mit kulturellen Aktivitäten.
Von 2003 bis 2023 ist der Umsatz der Unternehmen im Kunstmarkt von 1,49 Millionen Euro auf 2,455 Millionen Euro gestiegen. Auch die Zahl der Kultur- und Kreativschaffenden steigt: von 1,64 Millionen im Jahr 2013 auf 1,99 Millionen im Jahr 2023, so der Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2024 des Wirtschaftsministeriums.
Bella Bram ist eine der vielen Künstlerinnen in Deutschland. In der Sektion "emerging artists", also aufstrebende Künstler, ist sie auf der Messe vertreten. Etwas ganz Besonderes, denn sie hat es so ohne Galerie auf die Kunstausstellung geschafft. Normalerweise ist das Voraussetzung: "Im Prinzip baue ich Möbelstücke, die nicht direkt Möbelstück sind. Ich versuche, etwas zu bauen, das etwas zwischen verschiedenen Medien und Objekten sein kann. Das ist das Ziel, dass es eine Erfahrbarkeit gibt und dass es nicht ganz klar ersichtlich ist, was es denn ist."
Etwa 60 % der ausstellenden Galerien stammen aus aller Welt: Südkorea, Litauen, Spanien und vielen anderen Ländern. Der Rest kommt aus Deutschland.