Die Aktivistengruppe "Letzte Generation" beendet ihre Aktivitäten in Polen. Nach mehr als zwei Jahren erklären die umstrittenen Aktivisten, dass ihre Forderungen erfüllt worden sind. Das Ende ihres Kampfes sei es jedoch nicht.
Die Letzte Generation hatte öfters mit Klebstoffaktionen und Straßenprotesten auf sich aufmerksam gemacht. Auch in Polen hatte die Aktivistengruppe, die in Deutschland gegründet und initiiert wurde, seit Februar 2024 einen Ableger gebildet. Sie haben zahlreiche Proteste organisiert und unter anderem mit Vandalismus darauf abgezielt, die Öffentlichkeit auf die Folgen von klimaschädlichem Verhalten auf unserem Planeten aufmerksam zu machen.
Ihre Aktionen, wie das Blockieren von Hauptstraßen oder das Bespritzen berühmter Gemälde und Denkmäler mit Farbe, waren zwar gewaltlos, sorgten aber dennoch für große Kontroversen und Empörung. In Warschau wurde beispielsweise die Warschauer Meerjungfrau und in Danzig das Tor der Danziger Werft mit einer Tafel mit den Forderungen der Solidarnosc übergossen.
Letzte Generation: "Verstecken Klebstoff in unseren Taschen"
Am 17. April veröffentlichte die Letzte Generation in Polen eine Erklärung auf ihrer Website, in der sie mitteilt, dass sie ihren geplanten Erfolg erreicht hat. Sie beschreiben, dass ihre Forderungen teilweise Eingang in das neue Gesetz im Sejm, dem polnischen Parlament, gefunden haben.
Die Gruppierung erwähnt, dass Millionen Zloty für Investitionen in die Eisenbahn bereitgestellt werden und dass das Ministerium für Infrastruktur ein allgemeines Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel für alle Einwohner Polens einführen will.
Im September vergangenen Jahres lebten die Aktivisten der Letzten Generation fünf Tage lang in Zelten vor dem Gebäude des Sejm der Republik Polen. Damals war dem polnischen Parlament auf Initiative des Parlamentarischen Clubs der Linken ein Gesetzentwurf zum Wiederaufbau der polnischen Eisenbahnen und des Busverkehrs sowie zur Erhaltung von Arbeitsplätzen bei den Güterbahnen vorgelegt worden.
Die Aktivisten zogen sich erst zurück, als der Gesetzentwurf an das Legislativbüro und das Büro für Analyse und Gesetzesfolgenabschätzung des Sejm ging.
Letzte Generation hat noch immer Probleme vor Gericht
Die Aktivisten erklären, dass trotz ihrer Erfolge noch immer Gerichtsverfahren gegen sie anhängig sind. So wurden die Polinnen Julia P. und Marianna J. mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und einer Geldstrafe von mehr als 30 000 PLN belegt, nachdem sie eine historische Meerjungfrau im Warschauer Stadtteil Powiśle übergossen hatten.
"Weil sie die Wahrheit über die Klimakatastrophe sagen und sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, werden sie mit Geldstrafen von mehreren hunderttausend Zloty belegt. Einigen droht sogar der Verlust der Freiheit. Wir werden uns mit denjenigen solidarisch zeigen, die von Repressionen betroffen sind. Wir werden auch denjenigen beim Kauf von Lebensmitteln helfen, die nach Begleichung ihrer Bußgelder fast nichts mehr auf ihrem Konto haben", heißt es in der Erklärung der Letzten Generation.
Sie verweisen darauf, Geld an den Solidaritätsfonds zu spenden, um sich an der Unterstützung der Aktivisten zu beteiligen.
"Ende der Letzten Generation bedeutet nicht Ende des Widerstands"
Die Aktivisten weisen darauf hin, dass es vor dem Klimakollaps ohnehin kein Zurück mehr gibt und dass Naturkatastrophen eine große Gefahr für die Menschen darstellen.
Sie machen dafür die politischen Eliten verantwortlich und rechnen ihnen die Verletzung von Menschenrechten oder das Anzetteln von Kriegen zu, mit denen die Eliten Geld verdienen und die Menschheit von fossilen Brennstoffen abhängig machen. Weiter versichern sie, dass dies nicht das Ende sei.
Sie kündigen eine Rückkehr an, aber in anderem Gewand, denn sie haben bewiesen, dass Widerstand wirksam ist. Last Generation weist darauf hin, dass es an der Zeit ist, umzudenken und sich auf Aktionen in einer "zunehmend instabilen Welt" vorzubereiten.