Die Nosferatu-Spinne wird zunehmend auch in Deutschland heimisch. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, profitiert sie von milderen Temperaturen und findet auch hierzulande geeignete Lebensräume, vor allem in Städten und in menschennahen Bereichen.
Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) wird in letzter Zeit immer wieder in deutschen Bundesländern gesichtet. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum, insbesondere Südeuropa und Nordafrika. Durch die milder werdenden Winter konnte sie sich inzwischen nach Mitteleuropa ausbreiten: In Deutschland ist sie inzwischen nicht mehr nur ein regionales Phänomen.
In diesen Bundesländern kommt die Spinne vor
Besonders häufig wird sie in Baden-Württemberg – etwa im Rhein-Neckar-Raum, in Karlsruhe und Stuttgart – sowie in Rheinland-Pfalz und im Saarland nachgewiesen.
Die Art hat sich auch in weiten Teilen Süddeutschlands ausgebreitet, vor allem in Bayern, etwa in Unterfranken, Schwaben und im Raum München, mit einer zunehmenden Ausdehnung bis an den Alpenrand.
Auch in West- und Mitteldeutschland, insbesondere in Hessen und Nordrhein-Westfalen mit dem Rhein-Ruhr-Gebiet und anderen wärmeren Städten, ist sie inzwischen häufig anzutreffen.
Weiter nördlich und östlich, etwa in Niedersachsen, Berlin und Brandenburg, gibt es bislang vor allem vereinzelte Funde. Dort gilt die Art noch nicht als flächendeckend etabliert, wird aber zunehmend nachgewiesen.
Der Hamburger Umweltbehörde liegen aktuell vier Nachweise aus den Jahren 2024 (Eimsbüttel, Eppendorf) und 2025 (Volksdorf und Sasel) vor.
Nosferatu-Spinne kann beißen
Nach Angaben des Naturschutzbund Deutschland (NABU) gehört die Nosferatu-Spinne zu den wenigen Arten in Deutschland, die die menschliche Haut durchdringen können. Das gelingt ihr jedoch nur an besonders empfindlichen, dünnen Hautstellen.
Einen Grund zur Sorge sieht der NABU nicht: Ihr Gift ist für Menschen ungefährlich. Wer ein Exemplar der Nosferatu-Spinne in der Wohnung entdeckt, sollte daher Ruhe bewahren. Auch wenn es manchem schwerfallen mag:
Charakteristisch ist ihr für unsere Breitengraden vergleichsweise großes Erscheinungsbild. Die Nosferatu-Spinne kann eine Beinspannweite von bis zu etwa sechs Zentimetern erreichen und hat eine auffällige, hell-dunkle Musterung. Ihr Name stammt von der markanten Zeichnung auf dem Rücken, die an die filmische Darstellung des Vampirs Nosferatu erinnert.
Trotz ihres furchteinflößenden Aussehens ist die Spinne nicht aggressiv und beißt nur sehr selten – meist nur, wenn sie direkt bedroht wird. Ein Biss ist zwar schmerzhaft, aber medizinisch in der Regel unbedenklich und vergleichbar mit einem Wespenstich. Das gilt auch für Haustiere, ausgenommen Hunde- und Katzenwelpen.
Auffällig ist ihr Verhalten in der kalten Jahreszeit: Da sie ursprünglich aus wärmeren Regionen stammt, sucht sie im Herbst häufig Schutz in Gebäuden, was die Zahl der Sichtungen in Wohnungen erklärt. Dort ernährt sie sich von Insekten und kann sogar als natürlicher Schädlingsjäger nützlich sein.
Diese Spinnenart baut Experten zufolge keine Fangnetze: Sie fängt ihre Beute, indem sie sie verfolgt und im Sprung überwältigt.
Insgesamt zeigt die Ausbreitung der Nosferatu-Spinne exemplarisch, wie sich Tierarten im Zuge klimatischer Veränderungen neue Lebensräume erschließen – oft schneller, als viele Menschen erwarten.
Um eine Nosferatu-Spinne schonend aus der Wohnung zu entfernen, eignet sich am besten die einfache Glas-und-Papier-Methode: Dabei wird ein Glas oder Becher vorsichtig über das Tier gestülpt und anschließend ein Stück Papier oder Pappe darunter geschoben, sodass sich die Spinne sicher nach draußen tragen und freilassen lässt. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, da die Spinne von sich aus nicht aggressiv ist. Wer sich unwohl fühlt, kann Handschuhe tragen oder ein größeres Gefäß verwenden.
Vorbeugend helfen Fliegengitter und abgedichtete Spalten.
Wer eine vermeintliche Nosferatu-Spinne entdeckt, kann den Fund nach Angaben der Umweltbehörde über die Plattformen "ObsIdentify" oder "observation.org" melden. Diese Meldungen helfen dabei, die Verbreitung der Art besser nachzuvollziehen und sie zugleich von ähnlich aussehenden Spinnenarten abzugrenzen.