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„Keine Shopping-Wochenenden mehr“: 11 Länder fordern strengere Russland-Visa

Johan Forssell beim Treffen des Justiz- und Innenrats in Luxemburg am 4. Juni 2026.
Johan Forssell beim Treffen des Rates für Justiz und Inneres in Luxemburg am vierten Juni 2026. Copyright  European Union
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Von Jorge Liboreiro & Luca Bertuzzi & Vincenzo Genovese
Zuerst veröffentlicht am
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11 europäische Staaten drängen auf strengere Visaauflagen für russische Touristinnen und Touristen. Urlaubsreisen trotz Krieg in der Ukraine, so ihre Begründung, untergraben den EU-Zusammenhalt, schwächen den Druck auf Moskau und bergen Sicherheitsrisiken.

Eine Koalition aus neun EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen erhöht den Druck für strengere Visaregeln für russische Touristen. Hintergrund ist die nahende Sommerreisesaison.

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Angeführt wird die Initiative von Schweden, unterstützt von Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden und Polen.

Zu Wochenbeginn unterzeichneten alle elf Staaten einen gemeinsamen Brief an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und den Kommissar für Inneres, Magnus Brunner.

„Mein Ziel ist ganz klar. Ich will, dass es keine Shopping-Wochenenden mehr gibt. Ich will keine Luxustrips nach Europa mehr, während Ukrainer auf dem Schlachtfeld sterben“, sagte Schwedens Migrations- und Asylminister Johan Forssell vor dem Rat für Justiz und Inneres am Donnerstag.

In dem Schreiben heißt es, die EU-Kommission habe nach Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 Leitlinien zum Umgang mit Visaanträgen russischer Staatsbürger erlassen.

„Die Umsetzung dieser Leitlinien in den Mitgliedstaaten ist jedoch sehr uneinheitlich. Es fehlt sowohl an Solidarität als auch an Kohärenz. Zudem droht dies, die Mitgliedstaaten wirtschaftlich ungleich zu treffen“, heißt es in dem Schreiben, das Euronews vorliegt.

Die Unterzeichner warnen, diese Zersplitterung schwäche den Einfluss der EU und sende widersprüchliche Signale zur Entschlossenheit gegenüber Russland, in einer Phase, in der Moskau erneut Zivilisten und Infrastruktur in der Ukraine angreift.

Das Schreiben warnt zudem, uneinheitliche Visapraxis gegenüber russischen Touristen könne ein Sicherheitsrisiko für den gesamten Schengen-Raum schaffen – gerade vor dem Hintergrund der Bewegungen von Hunderttausenden Angehörigen der russischen Streitkräfte.

Ohne einzelne Staaten zu nennen, verweist das Schreiben auf Daten des Schengen-Barometers. Demnach ist die Zahl der in der EU an russische Staatsangehörige erteilten Visa zwischen 2023 und 2025 stetig gestiegen.

Frankreich stellte 2025 mit knapp 180.000 die meisten Visa für russische Staatsangehörige aus – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2024. Italien lag mit knapp 160.000 Visa auf Platz zwei, obwohl die Zahl leicht unter dem Vorjahr lag. Spanien folgte mit knapp 100.000 Visa und damit in etwa stabilen Werten.

Gegner der Initiative betonen, diese Zahlen spiegelten lediglich wider, dass größere Mitgliedstaaten generell mehr Visaanträge erhalten und bearbeiten als kleinere. Sie weisen auch den Vorwurf zurück, Visa würden die EU-Politik gegenüber Moskau untergraben, da die für den Krieg verantwortlichen Russen ohnehin bereits sanktioniert seien.

Die elf Staaten fordern die EU-Institutionen auf, neue verbindliche Visabeschränkungen einzuführen, die Umsetzung der bestehenden Leitlinien eng zu überwachen, den Mitgliedstaaten regelmäßig zusammengefasste Statistiken zur Verfügung zu stellen und einen Mechanismus zu entwickeln, um ehemalige russische Kombattanten zu identifizieren.

Das Thema kam am Donnerstag auch beim Treffen der Innen- und Justizminister in Luxemburg zur Sprache, stand dort aber nicht offiziell auf der Tagesordnung; Beschlüsse gab es keine. Auf Grundlage dieser ersten Aussprache erwartet die Koalition nun von den EU-Institutionen einen Vorschlag, um die Debatte wieder aufzunehmen.

„Diese Situation ist völlig absurd, und sie muss gestoppt werden“, sagte Forssell.

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