Sollten Kinder in sozialen Medien aktiv sein? Wann sind Teenager alt genug, um sich sicher in der Online-Welt zu bewegen?
Plattformen wie Instagram und TikTok setzen Minderjährige kognitiven Risiken wie Angstzuständen, Schlafstörungen und verringerter Aufmerksamkeitsspanne aus. Außerdem bergen sie das Risiko von Cybermobbing, schädlichen oder unangemessenen Inhalten, Online-Grooming und Verletzungen des Datenschutzes.
Griechenland hat soeben beschlossen, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren zu verbieten. Die Maßnahme soll nach Zustimmung des Parlaments am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Regierung erklärt, die Entscheidung sei eine Reaktion auf die wachsende Besorgnis über die psychische Gesundheit von Kindern, die Abhängigkeit von Bildschirmen und die Online-Sicherheit und würde Plattformen dazu verpflichten, minderjährige Nutzer zu sperren und möglicherweise obligatorische elterliche Kontrollsysteme einzubinden.
Das Land reiht sich in eine wachsende Liste von EU-Ländern ein, die ähnliche Entscheidungen getroffen haben. So hat Frankreich ein Gesetz zum Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren verabschiedet, das ab September 2026 in Kraft treten soll, und Spanien hat ein Verbot für Kinder unter 16 Jahren im Jahr 2026 vorgeschlagen. Dänemark kündigte für 2025 Pläne an, den Zugang für unter 15-Jährige mit elterlichen Ausnahmen zu beschränken, Österreich einigte sich 2026 auf ein Verbot für unter 14-Jährige. Auch Italien und Slowenien haben 2026 Gesetzesentwürfe vorgelegt, die auf Nutzer unter 15 Jahren abzielen.
Dieser Vorstoß zum Schutz von Minderjährigen wird von den EU-Institutionen vehement unterstützt. Die Europäische Kommission hat gerade eine neue App zur Altersüberprüfung angekündigt, mit der die Art und Weise, wie jede Online-Plattform das Alter ihrer Nutzer überprüft, in der gesamten EU vereinheitlicht werden soll. Sie reiht sich ein in frühere Bemühungen um den Kinderschutz wie den Digital Services Act (2022), die Entschließung des Europäischen Parlaments (2024) und die Leitlinien der Europäischen Kommission im Rahmen des DSA (2025).