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Neuer Plan: 100-Meter-Kanal soll Wal "Timmy" retten – Experten bleiben skeptisch

Rettungskräfte nähern sich Timmys Wal mit dem Schlauchboot, 25.04.2026
Rettungskräfte nähern sich Timmys Wal mit dem Schlauchboot, 25.04.2026 Copyright  Bernd Wüstneck
Copyright Bernd Wüstneck
Von Jan Bolanowski
Zuerst veröffentlicht am
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Der Wal Timmy, der seit Wochen nicht mehr aus der Ostsee herauskommt, befindet sich immer noch auf Untiefen vor der deutschen Küste. Ein neuer Plan, der gerade von den Behörden genehmigt wurde, sieht vor, einen 100 Meter langen Kanal für den Transport des Wals zu graben.

Der Buckelwal "Timmy" liegt weiterhin in den flachen Gewässern vor der Insel Poel. Ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern erklärte am Samstagmorgen, zum Zustand des Tieres gebe es derzeit keine verlässlichen Angaben.

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Am Samstagnachmittag genehmigten die Behörden ein neues Rettungskonzept, das im Rahmen einer privaten Initiative entwickelt wurde. Das bestätigte Umweltminister Till Backhaus laut ZDF.

Der Plan sieht vor, den Wal mithilfe eines speziell gegrabenen, mehr als 100 Meter langen Kanals aus dem flachen Wasser zu einem unter Wasser liegenden Kahn zu führen. Über eine offene Heckklappe soll das Tier in das mit Wasser gefüllte Schiff gelangen.

Private Helfer brachten am Samstag rund 40 große Sandsäcke ins Wasser, um die Position des Wals zu stabilisieren. Hintergrund ist die Sorge, dass steigender Wasserstand das Tier noch weiter in die Untiefen treiben könnte.

Der Kanal soll bis zum Abend fertiggestellt werden. Ein erster Rettungsversuch ist nach Angaben der Initiative für Sonntag oder Montag geplant.

Experten äußern Zweifel

Anwohner berichten, dass aufgrund des starken Windes selbst die Atemgeräusche des Wals bis in ihre Häuser zu hören seien.

Meeresbiologen zeigen sich unterdessen skeptisch. Der Greenpeace-Experte Thilo Maack erklärte der Nachrichtenagentur AP, das Tier sei "sehr geschwächt". Es leide an einer Hauterkrankung, zudem seien innere Verletzungen oder Wasser in der Lunge möglich.

"Es ist ein wildes Tier, das sterben will", sagte Maack.

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