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Hitze-Sommer in Europa kostet EU-Wirtschaft bis zu 180 Milliarden Euro

Feuerwehrleute bekämpfen nahe Cotignac in Südfrankreich einen Waldbrand, 22. Juli 2026.
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand bei Cotignac in Südfrankreich am 22. Juli 2026. Copyright  Manon Cruz/Pool Photo via AP
Copyright Manon Cruz/Pool Photo via AP
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Extreme Hitze könnte die Volkswirtschaften der EU in diesem Jahr rund 180 Milliarden Euro kosten, etwa ein Prozent des BIP. Frankreich träfe der härteste Schlag unter den großen Mitgliedstaaten.

Die anhaltende Hitze, die Europa in diesem Sommer fest im Griff hat, droht nach Berechnungen der Triodos Bank ein ganzes Jahr Wirtschaftswachstum auszulöschen.

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Die Analyse schätzt, dass die Schäden durch extreme Hitze und Waldbrände bis 2026 auf insgesamt 180 Milliarden Euro steigen. Das entspricht rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung. Dem steht eine für dieses Jahr erwartete EU-Wachstumsrate von etwa 1,1 % gegenüber. Unter dem Strich käme die EU damit nahezu zum Stillstand.

Die Bank verfolgt die Schäden über vier Wirkungskanäle; für drei davon liegen EU-Durchschnittszahlen vor.

Geringere Ernteerträge und weniger Milchproduktion sowie anschließende Lebensmittelpreisauftriebe schlagen mit rund 0,15 % zu Buche.

Einschränkungen bei der Produktion von Atom-, Wasser- und Wärmekraftwerken, eine geringere Effizienz von Solaranlagen und höhere Großhandelsstrompreise kosten weitere 0,12 bis 0,15 %. Hinzu kommen rund 0,15 %, weil Bahn-, Straßen- und Wasserverkehr zeitweise ausfallen.

Am stärksten wirkt sich jedoch die Produktivität der Arbeitskräfte aus – und sie lässt sich am schwersten genau beziffern.

Die Leistung pro Beschäftigtem sinkt, sobald die Temperaturen etwa 25 bis 30 Grad erreichen oder überschreiten. Am stärksten trifft es Tätigkeiten im Freien und körperlich schwere Arbeit. Aber auch Bürojobs leiden, unter anderem weil Hitze Schlafqualität und Konzentration verschlechtert.

Eine länderübergreifende Analyse des Versicherers Allianz, auf die sich die Studie stützt, beziffert den Rückgang auf rund drei Prozent der Stundenproduktivität für jedes Grad über 30 Grad, wenn die Hitze über mehrere Tage anhält.

Frankreich am stärksten betroffen

Die Ergebnisse bilden kein Ranking der heißesten Länder. Triodos bewertet jede Wirtschaft nach dem Anteil der Produktion in besonders exponierten Branchen, nach Pendelzeiten, Verbreitung von Klimaanlagen und Anpassungsgrad. Diesen Wert multipliziert die Bank mit der Zahl der zusätzlichen Hitzetage in diesem Jahr.

Frankreich kommt dabei als am stärksten betroffen heraus. Das Land verliert demnach schätzungsweise 1,4 Prozentpunkte Wachstum. Von einem ohnehin schwachen Ausgangspunkt rutscht die Wirtschaft damit in eine Schrumpfung von rund 0,6 %.

Die Niederlande verlieren rund 0,8 Punkte und treten damit in etwa auf der Stelle. Spanien und Italien haben die am stärksten exponierten Arbeitskräfte und die meisten Hitzetage. Jahrzehnte der Anpassung dämpfen dort jedoch die Wirkung eines einzelnen heißen Sommers.

Polen wäre wegen der geringen Verbreitung von Klimaanlagen und wenig Gewöhnung an Hitze eigentlich hoch verwundbar. Doch der Sommer fiel dort vergleichsweise kühl aus, die Wirtschaft dürfte daher trotzdem um etwa 2,9 % wachsen.

Kosten, die im BIP nicht auftauchen

Die menschlichen Folgen tauchen in diesen Zahlen kaum auf.

Allein während der Hitzewelle im Juni starben in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien schätzungsweise 20.400 Menschen an den Folgen der Hitze. Bewertet man die im gesamten Sommer auf rund 25.000 geschätzten Todesfälle nach verlorenen Lebensjahren, ergibt sich ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1,5 bis 7 Milliarden Euro.

Bis vergangene Woche hatten Waldbrände in der EU mehr als 490.000 Hektar Land zerstört. Der 20-Jahres-Durchschnitt liegt nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems bei 197.000 Hektar. Frankreich verzeichnet dabei einen Rekord.

Der Verlust von Ökosystemleistungen in den verbrannten Gebieten könnte zusätzliche Kosten zwischen 100 Millionen und 4,6 Milliarden Euro verursachen.

Anpassungsmaßnahmen könnten die Produktivitätsverluste um etwa 40 % verringern, sie aber nicht vollständig ausgleichen, so die Studie. Die Autorinnen und Autoren betonen zudem, dass ihre Schätzungen auf eher vorsichtigen Annahmen beruhen.

Die Bank hält Anpassung allein für unzureichend und fordert deutlich stärkere Maßnahmen zur Emissionssenkung in Europa. Als Gegenbeispiel nennt sie den Beschluss der EU-Kommission vom 17. Juli, den geplanten Anstieg des wichtigsten CO₂-Preissystems abzuflachen.

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