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Ex-Ferrari-Boss will ICE Konkurrenz machen und Bahnfahren in Deutschland günstiger machen

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Deutsche Bahn Copyright  AP Photo
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Von Verena Schad
Zuerst veröffentlicht am
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Der italienische Anbieter Italo plant Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland – mit günstigeren Tickets und mehr Komfort. Parallel bringt die Bahn bereits ab 2026 neue Direktverbindungen nach Italien an den Start.

Neue Konkurrenz für die Deutsche Bahn – und für Fahrgäste womöglich gute Nachrichten: Der italienische Hochgeschwindigkeitsanbieter Italo will ab 2028 in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Hinter dem Projekt steht der frühere Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo, der mit klaren Versprechen antritt: mehr Auswahl, bessere Preise und mehr Service.

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Geplant ist ein groß angelegter Markteintritt mit rund 30 Hochgeschwindigkeitszügen vom Typ Velaro des Siemens-Konzerns. Insgesamt sollen täglich bis zu 56 Verbindungen angeboten werden – unter anderem im Stundentakt zwischen München, Köln und Dortmund sowie im Zweistundentakt Richtung Berlin und Hamburg. Damit würde Italo direkt die wichtigsten ICE-Strecken angreifen.

Das Investitionsvolumen liegt bei rund 3,6 Milliarden Euro. Der Betrieb soll über eine neue deutsche Tochter organisiert werden. Neben rund 2.500 Jobs im Betrieb verspricht das Unternehmen auch Tausende Arbeitsplätze in der Industrie.

Der 78-jährige italienische Unternehmer Luca Cordero di Montezemolo hat das Bahnunternehmen Italo 2006 gegründet.
Der 78-jährige italienische Unternehmer Luca Cordero di Montezemolo hat das Bahnunternehmen Italo 2006 gegründet. AP Photo

Günstigere Tickets durch Wettbewerb?

Montezemolo verweist auf die Erfahrungen in Italien: Dort seien die Ticketpreise nach dem Markteintritt von Italo im Schnitt um rund 40 Prozent gesunken. Ähnliche Effekte seien auch in Deutschland möglich.

Das Angebot soll drei Klassen umfassen – von „Smart“ bis „Club Executive“. Auch in der günstigsten Kategorie verspricht Italo reservierte Sitzplätze, Ledersitze und stabiles WLAN, das über Satelliteninternet laufen soll.

Allerdings ist der Zeitplan unsicher. Der Zugang zu den notwendigen Strecken („Trassen“) wird erst 2027 verbindlich vergeben. Zudem hat der Konkurrent Flix Einspruch gegen langfristige Vereinbarungen eingelegt. Ob Italo tatsächlich wie geplant 2028 startet, ist daher offen.

Italien-Verbindungen der Bahn bereits ab Ende 2026

Schon deutlich früher könnte Bewegung in den Markt kommen: Gemeinsam mit der Deutsche Bahn, der italienischen Trenitalia und den österreichischen ÖBB sollen ab Dezember 2026 neue Direktverbindungen zwischen München und Italien starten.

Zum Einsatz kommt der Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa 1000, auch „roter Pfeil“ genannt. Die Züge sollen München mit Mailand in rund sechseinhalb Stunden und mit Rom in etwa achteinhalb Stunden verbinden – deutlich schneller als bisher.

Bereits ab Mai 2026 sind umfangreiche Testfahrten in Deutschland und Österreich geplant. Langfristig könnten mehrere tägliche Verbindungen entstehen, perspektivisch auch mit Verlängerungen Richtung Berlin oder Neapel.

Der Italo-Zug erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde.
Der Italo-Zug erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Copyright 2012 AP. All rights reserved. Gregorio Borgia

Bahnmarkt vor Umbruch

Für Reisende könnte sich damit ein grundlegender Wandel abzeichnen: Mehr Wettbewerb, neue internationale Verbindungen und potenziell sinkende Preise.

Ob Italo tatsächlich den Durchbruch schafft, hängt jedoch stark von regulatorischen Entscheidungen und der Infrastruktur ab.

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