Die Bundeswehr hat 24 Standorte für neue Musterungszentren festgelegt. Dort soll künftig geprüft werden, ob Bewerber grundsätzlich für den Wehrdienst geeignet sind.
Das neue Wehrdienstmodell geht in die nächste Phase: Am Donnerstag hat das Bundesministerium der Verteidigung die 24 Standorte für Musterungszentren verkündet.
Dafür sollen in 14 Bundesländern Räume außerhalb bestehender Kasernen angemietet werden, vor allem in größeren und gut erreichbaren Städten. Grundlage für die Auswahl sollen unter anderem Bevölkerungszahlen und die erwartete Zahl möglicher Bewerber gewesen sein.
Neue Musterungszentren sind an bestehenden Bundeswehr-Standorten in Bonn, Dresden, Hamburg, Kassel, Kiel, Koblenz, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Nürnberg, Oldenburg, Potsdam, Saarlouis, Schwerin, Ulm und Wiesbaden geplant. Die Zentren sollen jeweils einem der 15 bestehenden Karrierecenter der Streitkräfte zugeordnet werden, die die gesamte Koordination und Organisation übernehmen.
Auffällig ist, dass mehrere große Städte wie Berlin, München oder Köln nicht auf der Liste der neuen Musterungszentren stehen.
Weitere Standorte sollen in Bielefeld, Braunschweig, Dortmund, Jena, Kempten, Offenburg, Regensburg und Würzburg entstehen. Die Bundeswehr wäre dort künftig erstmals mit eigenen Standorten vertreten.
In den Zentren selbst soll zunächst nur die erste Prüfung, ob eine Person für die Bundeswehr geeignet ist, geprüft werden. Umfangreichere Tests sowie Beratungsgespräche sollen weiterhin in den Karrierecentern stattfinden. Dazu gehört beispielsweise die medizinische, körperliche, kognitive und psychologische Untersuchungen für eine militärische oder zivile Laufbahn.
Fast jeder dritte Wehrdienst-Fragebogen bleibt unbeantwortet
Seit Januar werden Fragebögen an alle jungen Männer und Frauen, die 2026 volljährig geworden sind und damit für den neuen freiwilligen Wehrdienst infrage kommen, verschickt. Für Frauen ist die Beantwortung freiwillig, Männer müssen den Fragebogen verpflichtend ausfüllen. Dennoch bleibt laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Bundeswehr-Kreisen fast jede dritte Rückmeldung aus.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bis Ende April rund 194.000 Schreiben verschickt. 72 Prozent der angeschriebenen jungen Männer beantworteten den Fragebogen, 28 Prozent reagierten nicht. Laut dem RND signalisierten jedoch etwa die Hälfte der bisherigen Rückmeldungen Interesse an einem mindestens sechsmonatigen Dienst bei der Bundeswehr.
Wer den Bogen trotz Mahnung nicht ausfüllt, muss künftig mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen. Das Ministerium betont, man werde es nicht akzeptieren, wenn sich Männer der Antwortpflicht entziehen.