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Wetter-Wende im Mai? Das bringen die Eisheiligen 2026

Eisheilige 2026: Wo die Kalte Sophie Frost bringt und was hinter dem Mythos steckt
Eisheilige 2026: Wo die Kalte Sophie Frost bringt und was hinter dem Mythos steckt Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Die Eisheiligen stehen traditionell für die letzten frostigen Tage und Näche im Jahr. Doch wie viel Gehalt die altertümliche Bauernregel heutzutage noch hat, erklären Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes.

Traditionell gilt die Woche vom 11. bis zum 15. Mai als die Zeit der Eisheiligen. Einer Bauernregel zufolge sind es die letzten Frostnächte des Jahres, bevor der Sommer endgültig vom Frühling übernimmt.

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Sie werden auch "Gestrenge Herren" oder "Eismänner" genannt und haben es durch eine alte Bauernregel in den Alltag vieler Hobbygärtner geschafft. Denn ob die Tradition stimmen mag oder nicht – Landwirte erleben mit Frost im späten Frühling ein Risiko für ihre neu bestellten Felder und jungen Pflanzen.

In historischen Wetterdaten sucht man jedoch "vergeblich" nach einer statistischen Auffälligkeit, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärte. Demnach gebe es keine auffällige Häufung von Kaltlufteinbrüchen und Frost während der Eisheiligen. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert sogar, dass die Wahrscheinlichkeit von Frost im Mai immer weiter abnehme.

Diese Bauernregeln gibt es zu den Eisheiligen

Das Wetterphänomen, auch "Eismänner" oder "kalte Sophie" genannt, beschreibt Frosteinbrüche zwischen dem 11. und 15. Mai. Sie können durch Kaltluftströme entstehen. Die Ursache für Frost im Mai liegt daran, dass sich Nord- und Südeuropa unterschiedlich schnell erwärmen. Durch den Temperaturunterschied entstehen Tiefdruckgebiete, die polare Kaltluft nach Deutschland lenken können. Sind die Nächte klar, kann es kalt werden.

Die kalte Polarluft kommt im Norden Deutschlands schneller an, deshalb gelten hier vor allem die drei Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige. Im Süden und Südosten Deutschlands dauern sie bis zum 15. Mai.

Die Eisheiligen bringen Frost und glasieren so manche Bäume, die gerade eigentlich in voller Blüte stehen.
Die Eisheiligen bringen Frost und glasieren so manche Bäume, die gerade eigentlich in voller Blüte stehen. AP Photo

Eine Bauernregel macht dafür verschiedene Heilige verantwortlich. "Pflanze nie vor der kalten Sophie", heißt es traditionell. Die "Kalte Sophie" oder Sophia von Rom ist die letzte der fünf Eisheiligen.

Die Namensgeber der Eisheiligen sind frühchristliche Bischöfe und Märtyrer aus dem vierten und fünften Jahrhundert. Neben der "Kalten Sophie" gibt es auch Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius. "Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder", heißt es in einer weiteren Bauernregel.

Was Landwirtschaft und Hobbygärtner wissen müssen

Späte Kaltlufteinbrüche haben laut dem DWD eine "herausragende Bedeutung" in der Landwirtschaft. Frostschäden können zu Ernteeinbußen führen. In den letzten Jahrzehnten sind die Temperaturen zwar insgesamt aufgrund des Klimawandels gestiegen, die Gefahr von Missernten durch Kälte bleibt jedoch.

"Die Klimaerwärmung sorgt tendenziell für einen immer früheren Vegetationsbeginn, gleichzeitig nimmt die Gefahr später Kaltlufteinbrüche aber dennoch nicht signifikant ab", erklärt der DWD. Im langfristigen Vergleich sei der Mai der Monat mit dem klimawandelbedingt geringsten Temperaturanstieg.

Trotzdem bezeichnet der DWD die Eisheiligen als einen "mystischen Platzhalter" für die generelle Spätfrostgefahr.

Deutscher Wetterdienst: Eisheilige immer unwahrscheinlicher

Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes trafen Tiefsttemperaturen für die Eisheiligen nur in einem Drittel der Fälle zu. Das sei sehr wenig für einen Witterungsregelfall. Dafür hat der DWD die Aufzeichnungen der vergangenen 50 Jahre ausgewertet und die Tage gezählt, bei denen die Temperaturen nach dem Kalender höchstens drei Grad betrugen.

"Tatsächlich scheinen die Eisheiligen als meteorologische Singularität also eher ein Mythos zu sein, der auf regionalen Sondererfahrungen aus dem Mittelalter fußt und keinesfalls Allgemeingültigkeit besitzt", heißt es in einer Erklärung des DWD. Das Weihnachtstauwetter zum Beispiel trete hingegen in mehr als zwei Drittel der Fälle ein.

Wetterprognose: Dauerregen statt Frost

Die Eisheiligen in diesem Jahr bringen in Deutschland voraussichtlich eher wechselhaftes Frühlingswetter statt strengen Spätfrost. Nach einem eher warmen Wochenende dank eines Hochdruckgebiets über dem Baltikum müssen Spaziergänger Anfang der Woche eher eine Regenjacke bereithalten, insbesondere im Süden Deutschlands.

Die nächsten Tage könnte es nass werden. Mit Frost ist allerdings nur sehr vereinzelt zu rechnen.
Die nächsten Tage könnte es nass werden. Mit Frost ist allerdings nur sehr vereinzelt zu rechnen. (c) Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Erwartet werden Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, dazu zeitweise Regen, Schauer und einzelne Gewitter. Im Schwarzwald wurde eine Dauerregenwarnung ausgesprochen. In Norddeutschland bleibt es etwas frischer, es könnte windig werden. Nachts kann es regional kühl werden, vor allem im Norden und in höheren Lagen ist leichter Bodenfrost noch möglich. Doch Frost bleibt mutmaßlich die Ausnahme.

Insgesamt deuten die Prognosen aber auf vergleichsweise milde Eisheilige hin.

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