Am Tag des Generalstreik in Belgien haben etwas 40.000 in Brüssel gegen die geplanten Reformen der Regierung protestiert. Im Fokus stehen die Renten, die Kaufkraft und die Indexierung der Löhne.
Zwischen 40.000 und 70.000 Menschen sind am Tag des Generalstreiks in Belgien durch die Straßen von Brüssel gezogen. Sie waren dem Aufruf der drei größten Gewerkschaften des Landes gefolgt, um die Reformen der Koalitionsregierung von Bart de Wever anzuprangern. Die Gewerkschaften bezeichnen die Reformpläne als "unsozial".
Die wichtigsten Themen der Demonstration betreffen die Renten, die Kaufkraft und die automatische Lohnindexierung. Aktuell liegt das Renteneintrittsalter in Belgien bei 66 Jahren, bis 2020 soll es auf 67 Jahre angehoben werden. Wer früher in Rente gehen will, muss finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. In der Praxis gehen allerdings die Menschen in Belgien im Durchschnitt schon mit 61 Jahren in Rente - wenn jemand 43 Jahre lang gearbeitet hat, ist dies auch weiterhin möglich. Die Regierung will nun aber auch Sonderregelungen für Bahnbeschäftigte einschränken.
Verschärft wird der Unmut durch die steigenden Energiepreise, die durch den Krieg im Nahen Osten verursacht werden. In Frankreich hatten am Vortag Landwirte gegen die hohen Spritpreise demonstriert und Gülle vor eine Raffinerie gekippt.
Der landesweite Protesttag in Belgien ist Teil einer Gewerkschaftskampagne, die seit 18 Monaten von Arbeitnehmervertretern gegen die Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Bart De Wever geführt wird.
Der öffentliche Nahverkehr war in ganz Belgien eingeschränkt. Der Flughafen Charleroi sagte alle geplanten Flüge ab, in Brüssel fiel die Hälfte aller Flugverbindungen aus.
Die letzte landesweite Demonstration am 12. März hatte zwischen 80.000 und 100.000 Menschen zum dem Protestmarsch nach Brüssel gelockt.