Die Streiks dürften den Flug- und Bahnverkehr in Belgien spürbar treffen, denn die Gewerkschaften erhöhen den Druck wegen Renten, Löhnen und Arbeitsbedingungen.
Landesweite Aktionen der Gewerkschaften in Belgien sorgen in dieser Woche dafür, dass der gesamte Flugbetrieb am Flughafen Brussels South Charleroi, dem zweitgrößten des Landes, zum Stillstand kommt.
Am Dienstag, dem zwölften Mai, rufen drei große Gewerkschaften – die sozialistische ABVV, die christliche ACV und die liberale ACLVB – zu Demonstrationen auf. Sie protestieren gegen Wirtschaftsreformen der Regierung, die Rentensysteme und Arbeitsbedingungen verändern sollen.
Deshalb rechnet der Flughafen mit deutlich weniger Personal. Charleroi verweist auf Sicherheitsbedenken, die den planmäßigen Betrieb von Abflügen und Ankünften unmöglich machen.
Der internationale Flughafen in Wallonien kündigte an, betroffene Passagiere wegen Umbuchungen oder Rückerstattungen direkt zu kontaktieren.
„Wir bedauern die Auswirkungen dieses landesweiten Streiks auf die Reisepläne unserer Passagiere und entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten“, hieß es weiter.
Die Störungen beschränken sich jedoch nicht auf Charleroi. Auch der wichtigste internationale Flughafen des Landes stellt sich auf Probleme im Betrieb ein.
Mehr als die Hälfte der Abflüge am Flughafen Brüssel könnte am Dienstag ausfallen, sagte eine Sprecherin der Zeitung The Brussels Times (Quelle auf Englisch). So sollen die übrigen Flüge sicher abgefertigt werden, ohne überlange Wartezeiten.
„Fluggesellschaften werden ihren Flugplan in den kommenden Tagen anpassen und die Passagiere direkt über den Status ihres Fluges und die verfügbaren Optionen informieren.“
Die Kundgebungen beginnen am Morgen und sollen in der Hauptstadt gegen zwei Uhr nachmittags enden. Die Streikenden fordern bessere Arbeitsbedingungen und Rentenregelungen, ein gerechteres Steuersystem und die Beibehaltung automatischer Lohnerhöhungen im Einklang mit der Inflation.
Auch im öffentlichen Nahverkehr drohen Störungen.
STIB/MIVB, der Betreiber von U‑Bahn, Bus- und Straßenbahnlinien sowie Kleinbussen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste in der Hauptstadtregion, will am Dienstag zumindest ein eingeschränktes Angebot aufrechterhalten.
„Wir bitten jedoch alle, die dazu in der Lage sind, sich für diesen Tag nach alternativen Möglichkeiten zu erkundigen, um sich in Brüssel zu bewegen“, ergänzte STIB und verwies etwa auf Fahrrad oder Carsharing.