Das kriminelle Netzwerk Foxtrot wurde in den späten 2010er Jahren gegründet und ist mit Dutzenden von Gewaltverbrechen in Schweden in Verbindung gebracht worden.
Die schwedische Polizei teilte am Dienstag mit, dass ein "zentraler Akteur" des berüchtigten kriminellen Netzwerks Foxtrot in Tunesien festgenommen worden sei.
Nach Angaben der Behörden wurde der etwa 30 Jahre alte Mann, der mehrerer Gewaltverbrechen - darunter Mord - verdächtigt wird, bereits am Wochenende von der tunesischen Polizei verhaftet.
Die Festnahme sei das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden in Schweden und Tunesien gewesen.
"Wir betrachten dies als strategisch wichtige Festnahme, von der wir glauben, dass sie die Fähigkeit des kriminellen Netzwerks beeinträchtigen wird, Gewaltverbrechen zu begehen", sagte Niclas Andersson, Leiter der Ermittlungseinheit der schwedischen Nationalen Einsatzabteilung (NOA), laut Mitteilung.
Der öffentlich-rechtliche Sender SVT berichtete, bei dem Festgenommenen handle es sich um Mohamed "Moewgli" Mohdhi, der als rechte Hand des Foxtrot-Anführers Rawa Majid gilt.
Die Polizei erklärte zudem, der Mann sei ein sogenanntes "hochwertiges Ziel" im Rahmen der von Schweden geführten Operation "Grimm". Mit der Initiative soll die zunehmende sogenannte "Gewalt als Dienstleistung" bekämpft werden - also die Online-Rekrutierung von Personen, häufig Minderjährigen, zur Ausführung von Gewalttaten.
Die Drahtzieher solcher Taten halten sich häufig im Ausland auf.
Das kriminelle Netzwerk Foxtrot entstand Ende der 2010er-Jahre rund um seinen Anführer Rawa Majid und wird mit Dutzenden Gewaltverbrechen in Schweden in Verbindung gebracht. Die Gruppe ist vor allem im Raum Stockholm sowie in der Stadt Uppsala aktiv, aus der Majid stammt.
Schweden kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt mit zunehmender Bandengewalt, die vor allem auf Machtkämpfe und Konflikte um die Kontrolle des Drogenmarktes zurückgeführt wird.
Bereits im Juli 2025 hatte die schwedische Polizei die Festnahme von Ismael Abdo in der Türkei bekannt gegeben. Abdo gilt als Anführer der mit Foxtrot rivalisierenden Gruppierung Rumba.
Nach Angaben der Polizei wurden in den vergangenen drei Jahren bei Schießereien zwischen rivalisierenden Gangs 23 unbeteiligte Passanten getötet und weitere 30 verletzt.
Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson sagte der Nachrichtenagentur TT, die nun bekannt gewordene Festnahme sende vor allem "ein wichtiges Signal".
"Wir werden nicht nachgeben. Wir werden sie einen nach dem anderen verfolgen - auch im Ausland, wenn sie eine Gefahr für die Menschen in Schweden darstellen", sagte er.