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Rutte beschwichtigt nach Hegseths Frontalangriff auf Europas NATO-Partner

US-Kriegsminister Pete Hegseth.
US-Kriegsminister Pete Hegseth. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Shona Murray
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Die Trump-Regierung prüft den Abzug zahlreicher US-Soldaten aus Europa. In Brüssel attackierte Verteidigungsminister Pete Hegseth die europäischen NATO-Partner scharf.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat eine scharfe Attacke von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf die europäischen Bündnispartner heruntergespielt. Hegseth hatte die Europäer als "beschämend" bezeichnet, weil sie die USA im Krieg gegen Iran nicht unterstützten.

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Hegseth war in Brüssel zum Treffen der NATO-Verteidigungsminister angereist. Dort kündigte er an, das Pentagon werde die Zahl der US-Soldaten in Europa innerhalb der nächsten sechs Monate überprüfen.

Zugleich stellte er Details seiner Initiative "NATO 3.0" vor. Demnach wollen die USA ihren Beitrag zum gemeinsamen NATO-Haushalt kürzen, falls einzelne Staaten bis 2035 nicht auf Kurs sind, fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Auf diese neue Zielmarke hatten sich die Bündnispartner beim Gipfel im vergangenen Jahr auf Drängen von US-Präsident Donald Trump geeinigt.

"Unsere jährlichen NATO-Beiträge werden davon abhängen, ob andere Länder ihre Verteidigungsziele einhalten", sagte Hegseth am Donnerstag. "Wo andere Verbündete nicht mit der nötigen Dringlichkeit investieren, werden unsere Beiträge sinken."

Zudem warnte er, die USA würden Staaten, die vom Kurs abweichen, künftig sehr genau beobachten.

Vor dem Treffen hatten viele NATO-Staaten gehofft, der Ton der Trump-Regierung könne sich entspannen, nachdem das Weiße Haus ein Memorandum of Understanding zur Beendigung der Kampfhandlungen in Iran gebilligt hatte. Diese Hoffnung auf Annäherung zerschlug sich jedoch, als Hegseth das Bündnis als "Papiertiger" abtat.

Hegseth wirft Europa mangelnde Unterstützung vor

Der Pentagon-Chef nutzte seinen Auftritt, um es als "beschämend" zu bezeichnen, dass Länder wie Spanien, Italien und Frankreich den US-Streitkräften im Iran-Krieg weder ihre Basen noch ihren Luftraum zur Verfügung gestellt hätten.

Deutschland gewährte dem US-Militär zwar vollen Zugang zum Stützpunkt Ramstein. Trump reagierte jedoch verärgert, als Bundeskanzler Frederic Merz die Kriegsstrategie als "schlecht durchdacht" kritisierte.

Daraufhin kündigte Trump auf seinem eigenen Online-Netzwerk an, 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen.

In einem Tonfall, der an die scharfen Tiraden von US-Vizepräsident JD Vance gegen die europäische Gesellschaft erinnerte, warf Hegseth Europa zudem vor, sich zu stark auf Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit zu konzentrieren. Zuwanderung machte er für einen vermeintlichen zivilisatorischen Niedergang verantwortlich.

"Statt sich um Panzer, Kampfjets und Luftverteidigung zu kümmern, ging es um Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und Sparprogramme im Militär", sagte er. "Europas Grenzen standen sperrangelweit offen, die Wohlfahrtsstaaten wuchsen, die Verteidigungsetats brachen ein – genauso wie Europas Glaube an sich selbst und seine Zivilisation."

"Wir müssen einander die Wahrheit sagen"

Auf einer anschließenden Pressekonferenz betonte Rutte vor Journalisten, Hegseth habe zugleich anerkannt, dass die Verbündeten ihre Ausgaben deutlich erhöht hätten. Allein im Jahr 2025 hätten sie zusätzlich mehr als 90 Milliarden Euro für Verteidigung bereitgestellt.

"Trotzdem halten sich einige noch zurück. Hegseths Ziel war es heute, den Druck hochzuhalten, und das ist gut", sagte Rutte. "Ich bin froh, dass er das tut. Wir müssen einander die Wahrheit sagen."

In NATO-Kreisen herrscht breite Einigkeit, dass die jüngsten Schritte der USA Europa für die mangelnde Unterstützung im Iran-Konflikt abstrafen sollen.

In den vergangenen Wochen informierten die USA ihre Partner, sie wollten den Zugang zu einer Reihe militärischer Fähigkeiten beschränken, die der Allianz im Kriegsfall im Rahmen des sogenannten NATO-"Force Model" zur Verfügung stehen.

Nach Informationen von Euronews soll alles entfallen, was mit weitreichenden Schlagfähigkeiten zusammenhängt. Dazu zählen US-Langstreckenbomber wie die B-2 und die B-52. Auch Marineverbände, darunter U-Boote mit Marschflugkörpern und Flugzeugträger, sollen abgezogen und in andere Einsatzgebiete verlegt werden.

Rutte erklärte, jeder Plan zum Truppenabbau werde in einem geordneten Verfahren entstehen – in enger Abstimmung mit den Partnern und den militärischen Planern der NATO, einschließlich des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR).

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