Nach Temperaturen von mehr als 35 Grad zogen Unwetter über Teile des Landes. Bei einem Zeltlager in Baden-Württemberg schlug ein Blitz ein und verletzte mehrere Menschen, einen davon schwer. Ebenfalls in Baden-Württemberg wurde eine Frau vom Blitz getroffen und kam zur Beobachtung in eine Klinik.
Rund 120 Mannschaften waren zum großen Handballturnier in Rastatt (Baden-Württemberg) angereist. Doch noch am Abend vor dem ersten Anpfiff sorgte ein heftiges Unwetter für dramatische Szenen auf dem Sportgelände, das auch als Zeltlager genutzt wurde.
Gegen 23 Uhr drohten die Zelte während des Unwetters weggerissen zu werden, wie ein Polizeisprecher dem SWR sagte. Als mehrere Menschen versuchten, sie zu sichern, schlug auf dem Sportgelände im Rastatter Stadtteil Niederbühl ein Blitz ein. Dabei wurden acht Erwachsene und ein 13-jähriges Kind verletzt. Eine Person erlitt schwerere Verletzungen, die übrigen kamen leicht verletzt davon.
Ein weiterer Blitzeinschlag auf einem Sportgelände in Münsingen-Dottingen, einem Ortsteil auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg (Landkreis Reutlingen), führte später am Abend zu einer Verletzten. Wie die Polizei mitteilte, schlug der Blitz nahe eines Festzeltes ein, in dem eine 71-Jährige Speisen zubereitete. Die Frau erlitt einen Stromschlag und kam zur Beobachtung in eine Klinik.
Ebenfalls in Münsingen kam es am Freitagabend in weiten Teilen der Stadt zu einem Stromausfall. Nach Angaben der Polizei waren vermutlich zwei Blitzeinschläge die Ursache. Wo genau die Blitze einschlugen, sei jedoch unklar, sagte ein Polizeisprecher. Das Umspannwerk blieb demnach unbeschädigt. Zunächst hatte die Polizei noch mitgeteilt, ein Blitz habe ein Umspannwerk getroffen.
In sozialen Netzwerken berichteten zahlreiche Anwohner von Stromausfällen im gesamten Stadtgebiet. Nach rund 90 Minuten war die Stromversorgung laut Polizei wiederhergestellt.
Heftige Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz
Heftiger Starkregen hat indes am Freitagabend in Teilen von Rheinland-Pfalz Überschwemmungen verursacht. Besonders stark betroffen war der Rhein-Lahn-Kreis. Nach Angaben einer Kreissprecherin erreichte das Hochwasser nach ersten Erkenntnissen ein Ausmaß, das statistisch nur etwa alle 50 Jahre vorkommt. Die Feuerwehr war vielfach im Einsatz, größere Schäden blieben jedoch aus.
Auch am Samstag sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Abend hin erneut Gewitter möglich: Er warnt erneut vor Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen. Lokal seien unwetterartige Entwicklungen mit mehr als 30 Litern Regen pro Quadratmeter sowie Böen von bis zu 100 km/h möglich. Auch Hagelkörner von bis zu drei Zentimetern Größe könnten auftreten. Besonders betroffen dürften am Samstag der Norden und Osten, am Sonntag die Landesmitte und das südliche Bergland sein.
Für Sonntag und Montag rechnen die Meteorologen zudem mit extremer Hitze. Dabei könnte sogar der bisherige Juni-Hitzerekord in Baden-Württemberg fallen.
Die Hitzewarnungen gelten nicht nur für Baden-Württemberg. Auch in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg rechnen die Meteorologen mit teils extremer Wärmebelastung.
In dicht bebauten Städten dürfte die Belastung zusätzlich steigen, weil die Temperaturen dort auch in den Nachtstunden nur wenig zurückgehen.