Das Bundesland Schleswig-Holstein hat einen digitalen Campus mit über 600 Online- und Präsenzkursen zu den Themen KI, virtuelle und erweiterte Realität sowie weiteren Spitzentechnologien ins Leben gerufen. Die Teilnahme ist kostenlos und steht allen offen.
Im digitalen Zeitalter muss man schnell lernen. Der Digital Learning Campus (DLC) wurde im März 2024 ins Leben gerufen, um diese Bildungsmöglichkeit zu nutzen. Es handelt sich um einen wegweisenden digitalen Lernraum, der sowohl online als auch vor Ort genutzt werden kann und im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein angesiedelt ist, in dem 2,9 Millionen Menschen leben. Diese Initiative umfasst elf Städte, darunter Flensburg, Enge-Sande, Schleswig, Eckernförde, Kiel, Heide, Neumünster, Itzehoe, Elmshorn und Bad Oldesloe, und wird an ungewöhnlichen Orten wie Gärten, Märkten oder Einkaufszentren angeboten, wie auch in Lübeck. Um teilzunehmen, kommt man einfach vorbei und meldet sich für einen der zahlreichen Workshops an. Man muss weder programmieren können noch verstehen, wie künstliche Intelligenz, virtuelle Realität oder Robotik funktionieren. Mehrere Unternehmen und Hochschulen in der Region nutzen diese Lernmodule, um ihr Know-how zu präsentieren, die Öffentlichkeit zu schulen und die Bildung zu fördern. Dieses Pilotprojekt wird von der Europäischen Union kofinanziert und vom Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt.
Thomas Lange, Leiter des DLC-Projekts in Lübeck, sagt, dass die Wahl alternativer Veranstaltungsorte außerhalb von Universitäten, Schulen und Unternehmen die Workshops einerseits attraktiver macht. Andererseits werden die Kurse von Unternehmern und Hochschullehrern gehalten oder moderiert, wodurch die Ausbildung auf die Bedürfnisse des Marktes abgestimmt wird.
Das DLC in Lübeck ist beispielsweise ein Vorzeigeprojekt, das junge Menschen, insbesondere Mädchen, dazu ermutigen soll, sich für Berufe in den Bereichen Ingenieurwesen, Mathematik, Physik und Technik zu interessieren. Der Verein MINT4Girls, gegründet von Studentinnen der Hochschule München mit dem Ziel, mehr Mädchen für MINT-Fächer zu begeistern, unterstützt rund fünfzig junge Schülerinnen aus der Region. Der digitale Lerncampus bietet 400 Präsenzkurse an. „Dieser Besuch ist ein wesentlicher Bestandteil des Vereinsprogramms“, betont Printha Tharmabalan, die für das Projekt verantwortlich ist.
Zukünftige Wahlfächer
DLC ist gleichzeitig eine Online-Lernplattform, die 230 Kurse mit einer Dauer zwischen einer und sechs Stunden anbietet. Diese behandeln Themen, die in der Schule vielleicht nicht zur Sprache kommen, die aber bereits Teil der heutigen Welt sind und für zukünftige Berufe benötigt werden. Studierende können sich mit einem Klick anmelden. „Einige unserer Lehrer haben mir gesagt, ich solle mir das mal ansehen, und ja, ich finde es ganz nett. Ich weiß nicht, ob ich dafür extra Punkte bekomme, aber ich bekomme auf jeden Fall ein Zertifikat, das man bei Bewerbungen vorlegen kann, was auch ganz praktisch ist“, sagt Arthur Feliz Redlin, ein Student aus Kiel.
Mit 5.000 registrierten Studierenden, 20.000 Kursen und 60.000 Besuchen soll die DLC-Plattform weiter ausgebaut werden, so Stefan Lemke, Referent für Zukunftskompetenzen im Bildungsministerium von Schleswig-Holstein.
Das Gesamtbudget für dieses Projekt beträgt 38 Millionen Euro: 50 % aus der Region Schleswig-Holstein; 40 % aus Mitteln der europäischen Kohäsionspolitik und 10 % von 29 Partnern, darunter Universitäten und öffentliche Einrichtungen.