Bei der ersten Großübung der deutschen Panzerbrigade 45 trainieren seit Ende Mai bis Ende Juni 2.900 Soldaten aus acht NATO-Staaten den Kampf an der Ostflanke des Bündnisses.
2.900 Soldaten, rund 800 Fahrzeuge, darunter Leopard 2A6 Kampfpanzer, acht NATO-Staaten und etwa 350 Drohnen kommen bei der ersten großangelegten Übung der Panzerbrigade 45 am Truppenübungsplatz in Litauen zum Einsatz. Bei der Übung "Freedom Shield I" wird der gemeinsame Kampf an der Ostflanke des Bündnisses trainiert - mit einem deutschen Anteil von rund 2.300 Kräften.
Für die Übung wurden Leopard-2-Kampfpanzer, Schützenpanzer Puma und weiteres schweres Gerät per Bahn und Fähre nach Litauen gebracht. Auf dem Truppenübungsplatz Pabradė nahe der Grenze zu Belarus trainieren Soldaten aus acht NATO-Staaten verschiedene Gefechtsszenarien.
Dabei kommen unter anderem Drohnen, Mörser, Artillerie und Kampfhubschrauber zum Einsatz. Ziel ist es, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einheiten im Gefecht zu erproben. Die Übung beginnt mit der Verlegung von Personal und Material ins Baltikum und führt über Ausbildung auf Kompanieebene bis zu einem mehrtägigen Brigademanöver mit scharfem Schuss. Beteiligt sind unter anderem das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf, das Panzergrenadierbataillon 122 sowie die multinationale NATO-Battlegroup in Litauen. Begleitet wird das Training vom Gefechtsübungszentrum des Heeres.
Mit "Freedom Shield I" wurde der Auftakt einer neuen Ausbildungsserie, mit der die dauerhaft in Litauen stationierte Brigade künftig zweimal jährlich ihre Einsatzfähigkeit nachweisen soll, markiert. Die Bundeswehr baut derzeit erstmals eine komplette Kampfbrigade dauerhaft im Ausland auf. Herzstück der Übung sind Verbände, die in den kommenden Jahren vollständig nach Litauen verlegt werden sollen.
Deutschlands dauerhafte Präsenz an der NATO-Ostflanke
Die Brigade soll bis 2027 auf rund 4.800 Soldaten anwachsen und dauerhaft an der NATO-Ostflanke stationiert werden. Bereits 500 Angehörige sind permanent vor Ort stationiert, erklärte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach dem Treffen mit seinem litauischen Amtskollegen Robertas Kaunas im Februar dieses Jahres. Er fügte hinzu, dass am 29. Januar zwei Kampftruppenbataillone – das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf und das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach – der Brigade unmittelbar unterstellt wurden.
Anschließend wird die multinationale Battlegroup Litauen der Panzerbrigade 45 im Februar unterstellt. Rund 1.800 Brigadeangehörige werden dann vor Ort ihren Dienst in Litauen leisten, so Pistorius, der ergänzte: "Wir sind im Zeitplan, die Brigade wächst auf und sie übt vor Ort. 2026 wird ein Jahr mit besonders intensiven Übungstätigkeiten mit deutscher Beteiligung."
Pistorius zufolge werden die Bataillone 203 und 122 nach der Fertigstellung der erforderlichen zivilen und militärischen Infrastruktur durch Litauen in Rūdninkai und Rukla stationiert. "An der Stelle will ich einmal mehr Danke sagen für die außerordentliche Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit unserer litauischen Freunde bei der Herstellung der Infrastruktur für unsere Brigade", ergänzte Pistorius.
Der deutsche Verteidigungsminister bezieht sich hier auf die sogenannte "Rūdninkai Military Town", die nahe der belarussischen Grenze momentan gebaut wird. Diese Kasernenanlage ist für bis zu 3.000 Soldaten ausgelegt und soll Ende 2027 fertiggestellt werden.