Und die Frist, in der Verschüttete gute Überlebenschancen haben, ist vorüber. Nach einer vorläufigen Schätzung des UN-Entwicklungsprogramms belaufen sich die direkten Sachschäden auf über sechs Milliarden US-Dollar.
In Venezuela gelten nach den zwei verheerenden Erdbeben Mitte der Woche weiterhin mehr als 68.000 Menschen als vermisst, wie die Nachrichtenagentur AP meldete.
Am Mittwoch hatten zwei kurz aufeinanderfolgende Beben der Stärke 7,2 und 7,5 das Land erschüttert. Sie richteten große Zerstörungen an. Für mindestens 1.430 Menschen kam jede Rettung zu spät, weitere 3.238 Menschen wurden verletzt.
Aus aller Welt sind Rettungsteams eingeflogen, die die etwa 30.000 venezolanischen Einsatzkräfte bei der Suche nach Verschütteten unterstützen. Die Behörden kämpfen gegen die Zeit, um Überlebende zu finden.
Die amtierende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, erklärte, bislang hätten 24 Staaten Hilfe geschickt: 521 Tonnen Hilfsgüter, 86 Suchhundestaffeln und mehr als 2.741 Fachkräfte für Suche, Rettung und Logistik.
Viele Einwohner handeln auch auf eigene Faust. Sie wühlen sich durch Trümmerberge, um Angehörige zu finden.
Auf sozialen Netzwerken kursieren erschütternde Videos. Sie zeigen Rettungskräfte, die Menschen, darunter Säuglinge, aus eingestürzten Gebäuden ziehen.
Die ersten 72 Stunden gelten als besonders entscheidend für erfolgreiche Bergungsaktionen. Diese Frist ist inzwischen abgelaufen.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas teilte an diesem Sonntag mit, sie habe nach den Beben mit Rodríguez telefoniert: "Ich habe die volle Solidarität der EU mit dem venezolanischen Volk und unser tiefstes Mitgefühl für die Familien der Todesopfer übermittelt", schrieb sie auf der Plattform X. "Die EU hat bereits 5 Millionen Euro an Nothilfe für die betroffenen Gemeinden mobilisiert."
Eine vorläufige Schätzung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen beziffert die direkten Sachschäden durch die Beben auf 6,7 Milliarden US-Dollar.