Mehr als die Hälfte der Befragten in Polen glaubt, dass Warschaus Stimme bei westlichen Entscheidungen zur Ukraine und zum Konflikt mit Russland nicht ausreichend ernst genommen wird. Besonders kritisch urteilen Oppositionswähler.
In einer Umfrage von United Surveys by IBRiS für das Portal Wirtualna Polska wurden Bürger in Polen gefragt, ob ihrer Meinung nach "die Stimme des polnischen Staates derzeit bei den Entscheidungen des Westens zur Ukraine und zum Konflikt mit Russland ernst genommen wird". Die Mehrheit verneinte dies. 38,6 Prozent der Befragten sahen das anders. Die Einschätzungen unterscheiden sich dabei stark je nach politischer Sympathie.
54,7 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Polen derzeit keinen ausreichenden Einfluss auf die Entscheidungen des Westens über den Krieg an seiner Ostgrenze hat. 38,6 Prozent meinen dagegen, dass die Stimme Polens bei diesen Entscheidungen ernst genommen wird.
Krieg in der Ukraine: Wie stark ist Polens Stimme?
Je nach politischer Präferenz fallen die Antworten deutlich unterschiedlich aus.
Anhänger des Regierungslagers bewerten Polens Rolle in den Beratungen zur Ukraine deutlich positiver. Insgesamt 67 Prozent dieser Gruppe sind der Meinung, dass die polnische Stimme ernsthaft berücksichtigt wird. 22 Prozent sehen das anders, 11 Prozent äußerten keine Einschätzung.
Wähler der Opposition zeigen sich deutlich kritischer. In dieser Gruppe finden 84 Prozent, dass die Stimme Polens bei Entscheidungen des Westens zur Ukraine und zum Krieg mit Russland nicht ernst genommen wird. 16 Prozent bewerten die Position des Landes positiv.
Am kritischsten antworteten die Wähler der Partei Konfederacja. In dieser Gruppe gaben insgesamt 88 Prozent eine negative Einschätzung ab, 11 Prozent eine positive.
Die Umfrage von United Surveys by IBRiS für Wirtualna Polska wurde vom 12. bis 14. Juni 2026 durchgeführt. Sie erfolgte im Mixed-Mode-Verfahren, also über standardisierte Online-Interviews und computergestützte Telefoninterviews (CAWI/CATI), auf Grundlage einer landesweit repräsentativen Stichprobe von 1.000 Personen.