Das nahezu vollständig erhaltene Fahrzeug wurde bei Bauarbeiten in Nordholz entdeckt. Im August soll es ins Deutsche Panzermuseum Munster gebracht werden.
Bei Bauarbeiten auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz in Niedersachsen ist ein außergewöhnlicher Fund aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden: Ein gut erhaltenes Sturmgeschütz III der Wehrmacht lag mehr als 80 Jahre im Sandboden verborgen. Nach Angaben des NDR unter Berufung auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wurde das Kettenfahrzeug bereits im April 2026 bei Baggerarbeiten entdeckt. Öffentlich bestätigt wurde der Fund Mitte Mai.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Sturmgeschütz III (StuG III), das meistgebaute Vollkettenfahrzeug der Wehrmacht. Anders als ein klassischer Panzer verfügte das Sturmgeschütz über keinen drehbaren Turm. Stattdessen war die Kanone fest im Aufbau montiert und wurde durch das Drehen des gesamten Fahrzeugs ausgerichtet.
Laut dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHMBw) befindet sich das Fahrzeug in einem außergewöhnlich guten Erhaltungszustand. Vor allem der sandige Boden habe dazu beigetragen, dass das Sturmgeschütz mehr als acht Jahrzehnte nahezu unversehrt überdauern konnte. Anhand der Geschützblende lasse sich das Fahrzeug zudem als späte Ausführung des Typs identifizieren.
Wie das Fahrzeug unter die Erde gelangte, gilt inzwischen als weitgehend geklärt. Nach Informationen des NDR, der sich auf die Kreisarchäologie Cuxhaven beruft, wurde das Sturmgeschütz nach Kriegsende von den Alliierten entsorgt. Es sei in einen ehemaligen Verteidigungsgraben gefahren und anschließend mit Sand überdeckt worden. Solche Gräben und Bombentrichter dienten damals häufig zur Beseitigung militärischen Geräts.
Der Bundeswehr zufolge wurde das rund 20 Tonnen schwere Fahrzeug am 1. Juni 2026 geborgen. Anschließend blieb es zunächst auf dem Fliegerhorst, wo es unter anderem auf mögliche Gefahrstoffe untersucht wird. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Hauptwaffe dauerhaft unbrauchbar ist. Das Sturmgeschütz soll ab August zunächst in das Deutsche Panzermuseum Munster gebracht werden. Dort wird es konserviert und zunächst als sogenannter Bodenfund öffentlich ausgestellt. Langfristig ist geplant, das Fahrzeug auch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden zu zeigen.
Fund könnte nicht der letzte seiner Art bleiben
Wie der NDR berichtet, deuten Bodenradaraufnahmen darauf hin, dass sich im ehemaligen Panzergraben auf dem Gelände möglicherweise weitere Relikte aus den letzten Kriegstagen befinden, darunter möglicherweise sogar ein Flugzeug.
Nach weiteren Fahrzeugen soll jedoch nicht gezielt gesucht werden. Geborgen würden sie nur, wenn sie Bauarbeiten behindern, eine Gefahr darstellen oder wissenschaftlich besonders relevant sind.