Neue Erkenntnisse zu einem möglichen Motiv, einem mutmaßlichen Tatplan und früheren Auffälligkeiten des Verdächtigen sind nun Teil der laufenden Ermittlungen.
Nach dem Angriff auf zwei Schülerinnen am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau prüfen die Ermittlungsbehörden Hinweise auf einen möglichen extremistischen Hintergrund. Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) ist in die Ermittlungen eingebunden.
Bei der Tat an der oberbayerischen Schule wurden zwei 13-jährige Schülerinnen schwer verletzt. Ein 16-jähriger ehemaliger Schüler steht im Verdacht, die Mädchen mit einem Messer angegriffen zu haben und befindet sich in Untersuchungshaft.
Grundlage für die Prüfung eines möglichen extremistischen Motivs sind unter anderem digitale Spuren sowie ein Schreiben, dessen Herkunft und Echtheit die Ermittler untersuchen. Es könnte vom mutmaßlichen Täter verfasst worden sein.
Der Bayerische Rundfunk berichtete, das Schreiben sei "von Beschimpfungen mehrerer Religionsgemeinschaften und Bevölkerungsgruppen durchsetzt". Beleidigt werden darin demnach aber auch Personen aus dem Umkreis des Verfassers, darunter auch Mitschülerinnen und Lehrer.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es außerdem Hinweise darauf, dass der Jugendliche die Tat möglicherweise über das Internet verbreiten wollte.
Auch frühere Vorfälle spielen bei den Ermittlungen eine Rolle. Die Staatsanwaltschaft München II hatte bereits wegen früherer Bedrohungen von Mitschülern und der Verherrlichung von Amokläufen in sozialen Netzwerken gegen den Jugendlichen ermittelt.
Die Behörden betonen, dass die Ermittlungen noch laufen und der genaue Hintergrund der Tat weiter aufgeklärt wird.