Frankreich kämpft derzeit mit zahlreichen Waldbränden. Präsident Macron erklärte, so viele Feuer habe es seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben.
Zwei Feuerwehrleute sind am Dienstag ums Leben gekommen, als sie einen Brand in der Nähe des internationalen Flughafens von Bordeaux bekämpften, wie die Behörden mitteilten.
Das derzeit größte Feuer wütet allerdings im Département Var in der Provence.
Das Feuer bei Bordeaux war zunächst nahe einem der Parkplätze des Flughafens ausgebrochen und griff dann auf ein Gebäude über. Rund 100 Feuerwehrleute, etwa 20 Einsatzfahrzeuge sowie mehrere Dash-Löschflugzeuge und Hubschrauber kämpften vom Flughafen aus gegen die Flammen.
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sprach von „unendlicher Trauer“ und richtete sein Beileid "an ihre Familien, ihre Angehörigen, ihre Brüder und Schwestern im Einsatz sowie an alle Beschäftigten des Feuerwehr- und Rettungsdienstes des Départements Gironde“.
Zugleich würdigte er „die außergewöhnliche Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die unter besonders schwierigen Bedingungen beispielhaften Mut und Einsatz zeigen“, wie er in einem Post auf X schrieb.
Nuñez kündigte an, den Unglücksort so bald wie möglich zu besuchen.
Auch Präsident Emmanuel Macron sprach den Familien und Angehörigen der beiden Opfer sowie allen Feuerwehrleuten in Frankreich „Beileid, Anerkennung und Unterstützung der Nation“ aus.
Südfrankreich: Waldbrand zwingt Hunderte zur Flucht
Ebenfalls am Dienstag war der enorme Waldbrand in Südfrankreich ausgebrochen. Etwa 400 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, 2.300 Haushalte blieben noch am Mittwoch ohne Strom.
„Das Feuer bewegt sich mit sehr hoher Geschwindigkeit den Berg Gros Bessillon hinab. Damit hatten wir angesichts der Wetterlage und des nachlassenden Windes überhaupt nicht gerechnet“, sagte Präfekt Simon Barbre, zuständig für die Region zwischen Marseille und Nizza.
900 Feuerwehrleute sind im Hinterland von Saint-Tropez weiterhin im Einsatz. Die Flammen hatten laut Feuerwehr inzwischen 2.500 Hektar zerstört. Der Brand galt am Mittwoch als eingedämmt, aber es gebe noch mehrere kritische Stellen.
Nach Angaben des Wetterdienstes Météo-France sorgen die trockenen Bedingungen in der Gegend für eine extrem hohe Waldbrandgefahr.
Bis Mitte Juli dieses Jahres haben Brände in Frankreich bereits mehr als 42.000 Hektar Land zerstört und damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 übertroffen, wie das Europäische Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) meldete.
Die verwüstete Fläche entspricht etwa dem Vierfachen der Größe von Paris. Die bislang im Jahr 2026 verbrannte Fläche liegt schon deutlich über der Gesamtbilanz für 2025. Der historische Jahresrekord Frankreichs beträgt 66.300 abgebrannte Hektar und stammt aus dem Jahr 2022.
Allein in den ersten beiden Juliwochen zerstörten Brände fast 15.000 Hektar. Betroffen waren der Wald von Fontainebleau bei Paris, Südfrankreich und Korsika.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte vergangene Woche, so viele Brände habe es im Land seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben.