Die Polizei hat einen 26-jährigen Tunesier nach dem Tod des Journalisten Luca Esposito fest. Er kannte das Opfer und hat den Mord gestanden.
Im Fall des getöteten Journalisten Luigi „Luca“ Esposito gibt es eine spektakuläre Wende. Der 53-Jährige war vergangene Woche verkohlt auf einem Feld nahe der süditalienischen Stadt Eboli entdeckt worden. Jetzt haben die Carabinieri einen 26-jährigen Tunesier festgenommen. Nach Angaben der Ermittler gestand der Mann den Mord.
In den vergangenen Tagen werteten die Ermittler die Aufnahmen der Überwachungskameras in der Gegend aus, um die Fahrtstrecke des Opfers mit seinem Auto zu rekonstruieren. Nach ihren Erkenntnissen kannten sich Esposito und der 26-Jährige seit Längerem. Sie sollen am Samstag telefoniert und sich anschließend getroffen haben.
So kommen Ermittler dem Tatverdächtigen auf die Spur
Die Carabinieri fanden einen Fingerabdruck auf dem Auto des Opfers. Der Wagen stand unweit der Stelle, an der die verkohlte Leiche entdeckt worden war. Die Ermittler hatten bereits ausgeschlossen, dass ein Zusammenhang mit der journalistischen Arbeit Espositos besteht. Er kommentierte Sport für lokale Fernsehsender und Zeitungen und leitete zudem ein Sportnachrichten-Portal im Internet.
Der 26-Jährige ist bislang nicht vorbestraft. Die Carabinieri hatten ihn jedoch schon einmal in einem Bauernhaus der Gegend kontrolliert. Deshalb lagen ihnen seine erkennungsdienstlichen Fotos vor. Auf seine Spur kamen sie durch die Zusammenarbeit der Carabinieri von Salerno mit der technischen Ermittlungsabteilung der Sondereinheit ROS und dem hubschrauberunterstützten Sondereinsatzkommando „Cacciatori Puglia“. Der junge Mann versuchte zu fliehen und verbarrikadierte sich dann in dem Gebäude, in dem ihn die Einsatzkräfte kurz darauf überwältigten.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand kam es zu einem Streit. Der junge Mann soll das Opfer dabei heftig geschlagen und ihm mehrere Knochenbrüche zugefügt haben. Anschließend soll der 26-Jährige Plastikmaterial und eine Decke benutzt und den Körper angezündet haben. Die Obduktion ergab, dass Esposito zum Zeitpunkt der Brandlegung noch lebte.
Bei der Durchsuchung des Gebäudes, in dem sich der 26-Jährige versteckt hielt, fanden die Beamten Espositos Smartphone und eine seiner Kreditkarten.
Bei der Polizei schilderte der Verdächtige den Ablauf der Tat und legte während einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft ein Geständnis ab. Der 26-Jährige sitzt nun in der Justizvollzugsanstalt von Salerno in Untersuchungshaft und wartet auf die Entscheidung des Ermittlungsrichters über die Haftbestätigung.