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Boy George erntet heftige Kritik für neuen Pro-Israel-Song

Boy George auf dem Parkett der New Yorker Börse - Montag, 15. Juni 2026
Boy George auf dem Parkett der New Yorker Börse – Montag, 15. Juni 2026 Copyright  AP Photo
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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„Der Culture-Club-Sänger veröffentlicht auf X einen neuen Song, in dem er den Völkermord in Gaza bestreitet; UN, Amnesty und Nutzer reagieren empört.“

Der britische Sänger Boy George ist Frontmann der Band Culture Club. Nun hat er einen Song aus Solidarität mit Israel veröffentlicht.

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Der Titel lautet „Od Nirkod (We Will Dance Again)“. Der Reggae-Song ist nicht auf Streamingplattformen erschienen, sondern nur auf dem X-Account des Künstlers – mit dem Kommentar „Shalom“.

Der Titel des Liedes greift eine Wendung auf, die eng mit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober auf das Festival Supernova Sukkot Gathering verbunden ist. Damals wurden 378 Menschen getötet und Israel startete daraufhin seine Militäroperation im Gazastreifen. „Od Nirkod“ ist auch der Titel eines Dokumentarfilms von 2024 über den Angriff.

Gleich zu Beginn singt Boy George: „You say genocide / I say war / When you're attacked / That's what the army is for / Does it get ugly? / You bet it does / When I know you want to kill / Every last one of us...“. Der Song stellt damit offen in Abrede, dass in Gaza derzeit ein Völkermord stattfindet – trotz Berichten von Amnesty International, Human Rights Watch und den Vereinten Nationen, die zu einem anderen Schluss kommen.

Ein jüngst veröffentlichter Bericht einer unabhängigen UN-Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass „israelische Behörden und Sicherheitskräfte palästinensische Kinder gezielt ins Visier genommen haben, was zu Völkermord und Gräueltaten im Gazastreifen sowie zu Kriegsverbrechen im Westjordanland geführt hat“. Der Bericht verweist auf eine Schlussfolgerung der Kommission aus dem vergangenen Jahr. Damals hieß es, „Israel habe an der palästinensischen Bevölkerungsgruppe im Gazastreifen Völkermord verübt; die enorme Intensität und systematische Ausrichtung der israelischen Militäroperationen halte an und führe zu beispiellosem Tod, Verletzungen und Traumatisierung palästinensischer Kinder“.

Weitere Zeilen lauten: „Young girls raped against trees / Murdered brutally / You condemn the Jews / With selective memory / Musicians holding flags / Mouthing like sheep / Propaganda fuelled by the internet / Feels so weak“.

Im Netz wird der Song heftig verrissen, und der Sänger des Hits „Karma Chameleon“ sieht sich wegen der Texte massiver Kritik ausgesetzt.

„Weißt du nicht, dass über 20.000 Kinder abgeschlachtet wurden, dass eine Bevölkerung ethnisch gesäubert und in ein Konzentrationslager gepfercht wurde, über 80 Prozent der Infrastruktur zerstört wurden und Tausende im Westjordanland getötet und vertrieben wurden? Schande über dich“, schrieb ein Nutzer auf X, während ein anderer den Song als „ein perverses Stück abstoßender, zionistischer Propaganda, das darauf angelegt ist, das Abschlachten von über 80.000 Palästinensern, darunter mehr als 20.000 Kinder, sowie ihre anhaltende Unterdrückung, Enteignung, Demütigung und Massaker zu rechtfertigen“ bezeichnete.

Ein weiterer Kommentar lautete: „Schreckliche Musik, schrecklicher Mensch, und er ist so weit gesunken, einen Völkermord zu unterstützen, nur um absichtlich dagegenzuhalten, in der Hoffnung, dass es sich auszahlt – das wird es nicht. Du hast das letzte Vertrauen zerstört, das irgendjemand noch in dich hatte, und du hast nur das Grab für deine tote Karriere weiter ausgehoben.“

Eine andere Person schrieb in ähnlichem Ton: „Er hat seine Seele verkauft, ich bin so enttäuscht. Seine irischen, für die Freiheit kämpfenden Verwandten wären entsetzt.“

Viele Nutzer erinnern zudem an einen Fall aus dem Jahr 2007. Damals wurde Boy George zu 15 Monaten Haft verurteilt, weil er einen männlichen Escort an eine Wand fesselte und mit einer Metallkette schlug.

Boy George wuchs in einer irisch-katholischen Familie auf und ist nicht jüdisch. Seit Langem bezieht er deutlich Position für Israel.

Anfang dieses Jahres sagte er bei einer Eurovision-Veranstaltung in London: „Ich habe sehr viele jüdische Freunde, seit ich fünfzehn oder sechzehn Jahre alt bin. Fordern die Leute von mir als prinzipientreuen Menschen, dass ich meinen jüdischen Freunden den Rücken kehre? Das wird nicht passieren, das wird niemals passieren.“

Im Gegensatz zu vielen Künstlern, die den Völkermord anprangern und Israel boykottieren, weist Boy George die Forderungen der Boycott, Divestment, Sanctions (BDS)-Bewegung zurück, die ihn zum Boykott von Auftritten in Tel Aviv aufrufen.

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