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Ulrich Siegmund (AfD) zu Europa: "Wir brauchen wieder mehr nationale Souveränität"

AfD-Politiker Siegmund Ulrich am Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt
AfD-Politiker Siegmund Ulrich am Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper & Euronews mit AP, WELT
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Zahlreiche internationale Journalisten haben den AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt am Wahlsonntag befragt. Ulrich Siegmund sprach auch über seine Ideen zur Außenpolitik.

Hunderte Medienvertreter aus dem Ausland sind für Berichte von der Landtagswahl nach Sachsen-Anhalt gereist. Viele von ihnen waren vor dem Wahllokal in Tangermünde, in dem der in allen Umfragen führende AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund seine Stimme abgab.

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Der AfD-Politiker zeigte sich gut gelaunt und sehr optimistisch, die Regierung des Bundeslandes zu übernehmen. Die nächste Fahrt mit seinem Moped der Marke Schwalbe, das ihn schon sein gesamtes berufliches Leben begleite, werde ihn vom Landtag in die Staatskanzlei nach der Wahl zum Ministerpräsidenten führen, sagte Siegmund. Den Zwischenruf "Und dann ins Kanzleramt!" kommentierte er mit den Worten: "Alice muss sein", also mit einem Verweis auf die AfD-Co-Chefin Alice Weidel, die zuletzt die Kanzlerkandidatin der Partei war.

"Es geht nicht nur um Deutschland, es geht um Europa"

Auf die Frage einer französischen Journalistin, ob er für die gesamten internationalen Medien auch auf Englisch antworten könne, sagte der 35-Jährige - auf Englisch -, er verstehe die Sprache sehr gut, werde aber auf Deutsch antworten. Dann begrüßte er die Reporterin mit einem "Bonjour", eine andere mit "Buongiorno" und alle mit "Welcome to Germany".

Was es für Siegmund bedeute, dass so viele Journalisten aus aller Welt nach Sachsen-Anhalt gekommen sind, wollte die Journalistin wissen.

Ulrich Siegmund antwortete: "Dieser ganze Wahlkampf wurde international betrachtet, es geht nicht nur um Sachsen-Anhalt, es geht nicht nur um Deutschland, es geht um ganz Europa und um Teile dieser Welt, weil sie sehen, dass hier etwas in Bewegung ist, was viele Länder dieser Welt brauchen. Wir möchten endlich wieder eine eigene nationale Souveränität zurück. Ich bin ein deutscher Politiker, ich muss eine Politik im Interesse unseres Landes und unseres Volkes machen. Das gerät ja völlig aus den Fugen."

"Vernünftige Beziehungen zu allen Ländern - ohne Ideologie"

Der AfD-Spitzenkandidat sagte weiter: "So ähnliche Entwicklungen gibt es auch in anderen Ländern dieser Welt. Demzufolge ist es gut, dass wir wieder eine nationale Souveränität haben, aber - und das ist das ganz Entscheidende - mit vernünftigen diplomatischen Beziehungen zu allen Ländern ohne Ideologie. Ich möchte mit allen Ländern dieser Welt vernünftig klar kommen, weil das in unserem deutschen Interesse ist, weil wir gute starke Partner brauchen. Wir brauchen guten freien Handel. Und was wir aktuell haben, ist keine gute Diplomatie zu allen Ländern, wir haben ideologische Vorbehalte anderen Ländern gegenüber. Das wird es mit mir nicht geben."

Ulrich Siegmund gab zu, dass es als potentiell zukünftiger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt nicht wirklich seine vorrangige Aufgabe sei, Außenpolitik zu machen. Aber er erklärte: "Ich will meinen Beitrag dazu leisten, dass wir hier auch international Gräben zuschütten. Krieg ist niemals eine Lösung."

Nach seiner Sicht auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich befragt, sagte der AfD-Politiker: "Sie haben ja eine ähnlich Entwicklung in Frankreich. Wenn ich mir die Zustände in ihren Großstädten anschaue, dann ist das auch ein Stück weit Warnung für uns, wohin eine ungeregelte Migration führen kann. Das sehen ja auch viele Franzosen so und deswegen haben sie ähnliche politische Entwicklungen."

"Wir brauchen uns nicht aus Brüssel vorschreiben zu lassen, wie wir zu agieren haben"

Siegmund wurde auch gefragt, was er zu den Leuten sage, die Angst haben, dass Deutschland wieder nach rechts rutscht. Er antwortete, "ganz im Gegenteil", die Menschen bräuchten keine Angst zu haben, denn Deutschland werde "wieder in die Normalität rutschen, wieder zum gesunden Menschenverstand zurückrutschen".

Und weiter forderte er: "Wir brauchen uns nicht aus Brüssel vorschreiben zu lassen, egal in welchem Land der EU, wie wir zu agieren haben. Wir brauchen wieder mehr Freiheit, wieder mehr nationale Souveränität. Weil das ist auch wirklich die Form der Vielfalt, die wir möchten, ein Europa der Vaterländer."

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