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55,6 Meter hoch: Europas größte Marienstatue in Polen kurz vor der Fertigstellung

Marien-Statue in Konotopie, Polen
Marien-Statue in Konotopie, Polen Copyright  https://matkaboska-konotopie.pl/
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Von Mateusz Jaronski
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Die höchste Marienfigur Europas in Konotopie in Polen ist fast fertig: Kirchenvertreter wollen den Monumentalbau am 15. August weihen. Er soll Pilger und Touristen anziehen.

In der kleinen Ortschaft Konotopie nahe Toruń (Thorn) im Herzen Polens stehen die Arbeiten an einem der spektakulärsten Sakralprojekte des Landes kurz vor dem Ende.

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Die monumentale Statue der Barmherzigen Gottesmutter, über die Euronews im Januar vergangenen Jahres berichtete, hat inzwischen fast ihre endgültige Höhe erreicht. Bald soll sie offiziell eingeweiht werden und dann Gläubigen sowie Besuchern offenstehen.

Der Bau misst 55,6 Meter und wird zur höchsten Marienfigur Europas. Er überragt damit unter anderem eines der sieben Weltwunder: die berühmte Christusstatue in Rio de Janeiro, die inklusive Sockel rund 38,5 Meter hoch ist.

Weltweit ist es jedoch nicht das größte Marienmonument. Diesen Rekord hält die Statue Mother of All Asia – Tower of Peace in den Philippinen. Zusammen mit ihrem Sockel überschreitet die Konstruktion eine Höhe von 98 Metern.

Im Inneren der Statue der Barmherzigen Gottesmutter in Konotopie entsteht ein Aufzug hinauf zu einer Aussichtsplattform. Von dort aus können Besucher die Umgebung überblicken.

Bau des Monuments der Barmherzigen Gottesmutter in Kikół. (Mit freundlicher Genehmigung der Pfarrei St. Wojciech B.M. in Kikół)
Bau des Monuments der Barmherzigen Gottesmutter in Kikół. (Mit freundlicher Genehmigung der Pfarrei St. Wojciech B.M. in Kikół) https://parafiakikol.pl/galeria-prac/

Für den Bau des Monuments wurden rund 2.500 Kubikmeter Beton verwendet. Rund um die Anlage entsteht eine Infrastruktur für Besucher, darunter Parkplätze, Grünflächen und technische Einrichtungen.

Für den Entwurf zeichnet der Bildhauer Adam Jakub Matejkowski verantwortlich. Die Arbeiten begannen 2025. Symbolischer Auftakt des Projekts war die feierliche Grundsteinlegung am 12. März 2025.

Derzeit laufen die letzten Arbeiten am Monument und an der Gestaltung der Flächen rundherum.

Die Statue entstand in unmittelbarer Nähe des Sanktuariums der Schmerzensmutter, das seit Jahren Gläubige aus dem ganzen Land anzieht.

Die feierliche Weihe des Monuments ist für den 15. August 2026 geplant, an Mariä Himmelfahrt. Der Tag zählt zu den wichtigsten Marienfesten in der katholischen Kirche.

Die Feier beginnt um 12:00 Uhr mit einer Messe unter Leitung von Bischof Krzysztof Wętkowski.

Monumentale Statue gestiftet von polnischem Unternehmer

Stifter des Monuments sind der Unternehmer Roman Karkosik und seine Frau Grażyna. Das Projekt gilt als ihr persönlicher Dank.

Inspiration war eine kleine Statue der Barmherzigen Gottesmutter im örtlichen Sanktuarium. Sie ist nur 55 Zentimeter hoch, wird aber seit Jahren von Gläubigen besonders verehrt – berichtete die Tageszeitung "Dziennik Zachodni".

Die Projektverantwortlichen betonen, dass sie vor allem einen Ort mit eindeutig religiösem Charakter schaffen wollen. Zugleich hoffen sie, dass die Dimension des Bauwerks Menschen anzieht, die sich für Architektur und Tourismus interessieren.

Projekt wirft Fragen zur Geschäftslage des Stifters auf

In jüngerer Zeit sind rund um den Bau des Monuments auch Kommentare zur wirtschaftlichen Situation der Unternehmen von Roman Karkosik aufgekommen.

Karkosik zählt zu den reichsten Polen. Das Wochenmagazin "Wprost" schätzte sein Vermögen 2026 auf umgerechnet rund 350 Millionen Euro. Damit belegte er Platz 72 unter den reichsten Bürgern des Landes. Der Unternehmer ist unter anderem mit der Gruppe Boryszew verbunden, zu der der Metallwarenproduzent Walcownia Metali Dziedzice gehört.

Der Vorstand des Unternehmens informierte die Gewerkschaften über geplante Massenentlassungen, die nach bisherigen Angaben rund 200 Beschäftigte treffen könnten, fast die Hälfte der Belegschaft von 447 Personen.

Das Unternehmen begründet die geplanten Veränderungen mit der schwierigen Marktsituation und der Notwendigkeit, die Tätigkeit an neue wirtschaftliche Bedingungen anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Konsultationen mit den Gewerkschaften laufen. Wie viele Menschen am Ende entlassen werden, steht noch nicht fest.

Die Lage führt dazu, dass neben dem Interesse am Monument auch Fragen nach den Investitionsprioritäten des Stifters und seiner wirtschaftlichen Tätigkeit lauter werden.

Maria zieht bereits Touristen nach Konotopie

Obwohl die offizielle Eröffnung des Monuments noch bevorsteht, zieht die riesige Statue schon jetzt Besucher an. Sie ist von der Landesstraße 10 aus deutlich zu sehen, viele Autofahrer halten deshalb spontan in ihrer Nähe an.

Einige Menschen reisen gezielt an, um die Konstruktion aus der Nähe zu betrachten. Sie stellen ihre Fotos und Videos in soziale Netzwerke, was die Bekanntheit des Ortes erhöht.

Die Bürgermeisterin von Kikół, Renata Gołębiewska, berichtete im Gespräch mit Euronews, dass das Interesse an dem Projekt die Erwartungen übertroffen habe: "Wir hätten nicht gedacht, dass das in Polen und im Ausland zu einer solchen Sensation wird".

Die Kommunalverwaltung setzt auf einen Tourismusschub für die Region dank des Monumentes: "Wir hoffen, dass Touristen und Pilger zu uns kommen und dabei sehen, wie schön unsere Gemeinde ist", betont die Bürgermeisterin.

Polens Karte monumentaler Sakralbauten

Die Statue in Konotopie reiht sich in die Gruppe der größten Sakralbauten in Polen ein.

In Świebodzin steht das Monument Jesu Christi, das zusammen mit dem Hügel eine Höhe von 52,5 Metern erreicht. Bei seiner Fertigstellung 2010 galt es als die höchste Christusfigur der Welt.

In Częstochowa, einem der wichtigsten Marienheiligtümer des Landes, steht ein 14 Meter hohes Denkmal des heiligen Johannes Paul II. Es gilt als die größte Statue des polnischen Papstes weltweit.

Auf dem Gipfel des Giewont in der Tatra steht seit mehr als 100 Jahren ein charakteristisches Metallkreuz. Die Konstruktion wurde 1901 errichtet, misst 17,5 Meter und gehört zu den bekanntesten Symbolen der polnischen Berge.

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