Amazon hat inzwischen genügend Satelliten im All, um seinen LEO-Internetdienst noch dieses Jahr zu starten. Das ist ein wichtiger Schritt im Wettlauf mit SpaceX' Starlink.
Amazon meldet, dass inzwischen genug Satelliten im Orbit sind. Noch in diesem Jahr will der Konzern den kommerziellen Betrieb seines Satelliteninternetdienstes Amazon Leo starten. Damit erreicht Amazon den bislang wichtigsten Meilenstein im Versuch, SpaceX’ Starlink Konkurrenz zu machen.
In den frühen Morgenstunden am Donnerstag brachte das Unternehmen 29 weitere Satelliten mit einer Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance ins All. Damit umfasst die Konstellation inzwischen mehr als 390 Satelliten.
Das sei „ausreichend, um einen durchgehenden Dienst über die ersten Breitengrade hinweg anzubieten“, schrieb Chris Weber, Vice President Business and Product für Amazon Leo, in einem Beitrag auf X.
Amazon hatte sein Satelliteninternet-Projekt 2019 angekündigt und im November 2025 in Amazon Leo umbenannt.
Langfristig peilt der Konzern rund 3.236 Satelliten an. Der Aufbau kommt jedoch langsamer voran, weil es an Raketenstarts mangelt und mehrere Missionen gescheitert sind.
Der schwerwiegendste Rückschlag ereignete sich am 28. Mai. Eine New-Glenn-Rakete von Blue Origin, dem von Amazon-Vorstandschef Jeff Bezos gegründeten Raumfahrtunternehmen, explodierte bei einem Heißlauftest auf dem Gelände der Cape Canaveral Space Force Station in Florida.
Die Rakete sollte 48 Amazon-Leo-Satelliten in den Orbit bringen. Nach Angaben von Amazon waren die Satelliten jedoch noch nicht in die Rakete integriert und lagern weiterhin sicher in der eigenen Verarbeitungsanlage.
Blue-Origin-Chef Dave Limp erklärte, das Unternehmen arbeite daran, New Glenn noch in diesem Jahr wieder starten zu lassen. Statt die beschädigte Startanlage vollständig neu aufzubauen, setzt Blue Origin auf eine überarbeitete Startkonfiguration.
Amazon betont, der übergeordnete Startplan liege weiter im Zeitrahmen. Die nächste Leo-Mission soll mit der Schwerlastrakete Vulcan der ULA starten, die größere Nutzlasten transportieren kann und den Ausbau der Konstellation beschleunigen dürfte.
Gleichzeitig steht Amazon unter starkem Konkurrenzdruck durch Starlink von SpaceX, das einen deutlichen Vorsprung hat. Starlink betreibt mehr als 10.400 aktive Satelliten im Orbit. Amazon Leo liegt damit nur auf Rang drei der größten Konstellationen – hinter Starlink und OneWeb mit rund 650 Satelliten.
Im November öffnete Amazon den Leo-Dienst in einer Betaversion für Unternehmenskunden. Der vollständige kommerzielle Start ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant.