In der EU dauern die Sommerferien an Schulen teils bis zu 14 Wochen. Wegen häufiger Hitzewellen prüfen Staaten, ob sie Unterrichts- und Ferienzeiten anpassen.
Wie lange Schülerinnen und Schüler Sommerferien haben, ist in Europa sehr unterschiedlich. Das zeigen die Daten des Bildungsnetzwerks Eurydice, das von der Europäischen Kommission finanziert wird.
Am längsten haben Kinder in Italien, Malta, Lettland und Zypern frei. In Italien dauern die Sommerferien 14 Wochen, in Malta, Lettland und Zypern jeweils 13 Wochen.
Deutlich kürzer sind die Sommerferien dagegen in Dänemark, den Niederlanden und Deutschland: Dort dauern sie nur sechs Wochen.
Mit den immer häufiger auftretenden Hitzewellen suchen Länder wie Frankreich, Spanien und Italien nach Möglichkeiten, Schulen an extremes Wetter anzupassen. Diskutiert wird etwa, den Unterricht früher zu beenden und die Sommerferien zu verlängern.
Welche Folgen haben Hitzewellen für die Bildung?
UNICEF zufolge waren im Jahr 2024 mehr als 900.000 Schülerinnen und Schüler in Europa aufgrund von Hitzewellen von Unterrichtsausfällen betroffen.
Besonders viele heiße Tage verzeichnen Schulen in Süd- und Südosteuropa, und diese Belastung wird voraussichtlich weiter zunehmen.
Schon heute erleben nach Angaben des European Climate and Health Observatory (ECHO) rund 16.650 Schulen in Europa während des Schuljahrs Tage mit Höchsttemperaturen über 30 Grad.
Bis 2050 könnte sich diese Zahl bei einer starken Erwärmung mehr als verdoppeln. Dann könnten rund 34.400 Schulen im Schuljahr mindestens einen Tag mit Temperaturen über 30 Grad erleben.
Setzt sich der aktuelle Trend fort, werden nach Berechnungen von ECHO etwa 68 bis 82 Prozent der Schultage mit Temperaturen über 30 Grad künftig vor den Sommerferien liegen. Nur etwa 18 bis 32 Prozent dieser heißen Tage würden dann nach den Sommerferien auftreten.
Wie reagieren Europas Schulen?
In diesem Jahr haben Schulen in Ländern wie Frankreich und Belgien den Unterricht bereits vorzeitig beendet oder den Schulbetrieb eingestellt, da Hitzewellen das Lernen unmöglich machten.
Das blieb jedoch nicht die einzige Maßnahme. In Belgien forderten Gewerkschaften etwa, jede Klasse mit einem Thermometer auszustatten und den Unterricht zu unterbrechen, sobald gesetzliche Hitzegrenzen überschritten werden.
In Spanien testen einige Schulen neue Stundenpläne: Der Unterricht beginnt um acht Uhr statt um acht Uhr dreißig und endet bereits um 15 Uhr statt um 16 Uhr dreißig.
Radikalere Vorschläge sehen eine Verlängerung der Sommerferien vor.
Kritiker warnen allerdings davor, dass längere Sommerferien berufstätige Eltern zusätzlich belasten und vor allem Kindern aus sozial benachteiligten Familien Nachteile bringen könnten.