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Spanische Regierung beschließt wissenschaftlichen Klimarat gegen Klimawandel

Über dem Horizont steht Rauch; ein Waldbrand frisst sich am 22. Juli 2026 nahe Condemios de Arriba in der Provinz Guadalajara in Spanien voran.
Rauch steigt über dem Horizont auf. Ein Waldbrand breitet sich nahe Condemios de Arriba in der Provinz Guadalajara in Spanien am 22. Juli 2026 aus. Copyright  AP Photo/Manu Fernandez
Copyright AP Photo/Manu Fernandez
Von Rafael Salido
Zuerst veröffentlicht am
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Der Ministerrat schafft ein Expertengremium für unabhängige Klimaberichte zur Steuerung der Politik. Die Forscher werden im Sommer gewählt, das Panel startet im Herbst.

Der Ministerrat hat an diesem Dienstag die Einrichtung eines wissenschaftlichen Panels für Maßnahmen gegen den Klimawandel beschlossen. Das neue Beratungsgremium soll „unabhängige“ und „multidisziplinäre“ Analysen liefern, um die Ausarbeitung staatlicher Maßnahmen zur Bewältigung der Klimanotlage zu unterstützen.

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„Diese Arbeitsgruppe wird unabhängige, fundierte und multidisziplinäre Analysen liefern, die auf die Bedürfnisse der Ressorts der Regierung eingehen, und sie wird das Expertenwissen stärker in öffentliche Entscheidungen einbinden“, teilte das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Universitäten in einem Kommuniqué (Quelle auf Spanisch) mit.

Die Initiative geht auf das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Universitäten sowie auf das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung zurück. Das Expertengremium soll im Herbst offiziell eingesetzt werden.

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Spanien gegen eine beispiellose Serie von Bränden kämpft, darunter der Waldbrand in Ávila, der bereits mehr als 77.000 Hektar Waldfläche zerstört hat und schon jetzt als der größte Brand in der Geschichte des Landes gilt. Nach der jüngsten Bilanz der Regierung mussten mehr als 63.000 Menschen evakuiert werden. Weitere 35.000 Menschen dürfen ihre Wohnungen weiterhin nicht verlassen.

Nach dem jüngsten Lagebericht (Quelle auf Spanisch) des Ministeriums für den ökologischen Wandel sind seit Jahresbeginn in Spanien bereits 172.396 Hektar Waldgebiet von Bränden betroffen. Das entspricht nahezu der Hälfte der Gesamtfläche, die im Jahr 2025 im Land brannte. Die Kosten der aktuellen Brandwelle in Spanien könnten sich allein für die Löscharbeiten auf 3,275 Milliarden Euro belaufen.

Einsatzprotokolle und mögliche Szenarien

Nach Angaben der Regierung wird die neue Arbeitsgruppe „Berichte mit wissenschaftlicher Evidenz und Vorschläge für Einsatzprotokolle“ vorlegen und „künftige Szenarien infolge des Klimawandels“ skizzieren. Nach der Billigung des Beschlusses beginnt im Sommer das Auswahlverfahren für das wissenschaftliche Personal, das die Arbeitsstruktur des Panels bilden soll.

Zu den weiteren Aufgaben gehören die Ausarbeitung von Einsatzprotokollen und die Beantwortung von Anfragen, um staatliche Maßnahmen zu steuern, sowohl in Alltagssituationen als auch in „Krisen und Notlagen“. Außerdem soll das Gremium Zukunftsanalysen entwickeln, um mögliche Szenarien der Klimanotlage frühzeitig zu antizipieren.

Die Steuerung des Panels erfolgt auf zwei Ebenen. Zum einen führt ein organisatorisch und technisch ausgerichteter Ausschuss die Geschäfte, koordiniert das Auswahlverfahren für die Expertinnen und Experten und bündelt die Anfragen nach Gutachten. Zum anderen erarbeitet ein wissenschaftlicher Rat Studien und fachliche Stellungnahmen.

Diesem Rat gehören zehn Forschende von „anerkanntem Renommee“ an. Sie kommen aus Disziplinen wie Klimawissenschaften, Ökologie, Geografie, Wasserressourcenmanagement, nachhaltige Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Meeresumwelt, Ingenieurwesen für die ökologische Transformation, Umweltrecht, Umweltsoziologie und Verhaltenswissenschaften.

Mit der Einrichtung des Panels setzt die Regierung die erste Säule des Staatsabkommens zur Bewältigung der Klimanotlage um, das sie im September 2025 vorgestellt hat. Nach Angaben des Kabinetts wurde der Entwurf in einem Beteiligungsprozess überarbeitet, bei dem rund 4.000 Beiträge von etwa 1.300 Akteuren eingingen.

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