Europa erwärmt sich schneller als jeder andere Kontinent der Erde. Die Temperaturen steigen hier etwa doppelt so stark wie im globalen Mittel. Nicht nur in Südeuropa zeigt sich eindrucksvoll, welche Folgen der Klimawandel hat.
In ganz Serbien haben Feuerwehrleute am Freitag weiter gegen mehrere Waldbrände gekämpft. Die Temperaturen stiegen zuletzt weiter stark an. Im Nordosten des Landes bekämpften Einsatzkräfte einen Brand in einem Naturschutzgebiet und setzten dafür Bodentrupps und Hubschrauber ein.
Serbien: Flammen fressen sich durch Schutzgebiet
Die örtlichen Behörden berichten, dass die Flammen im Naturschutzgebiet Deliblato Sands mindestens 700 Hektar Land verbrannt haben. Das Gebiet liegt rund 50 Kilometer östlich von Belgrad.
Nahe der Stadt Kraljevo brannten zugleich mehrere Feuer weiter. Behörden ließen Einwohner in Sicherheit bringen. Diese berichteten, mehr als 60 Hektar Kiefernwald, seien in nur wenigen Tagen zerstört worden.
Am Donnerstag zog ein weiterer großer Brand durch das Ibar-Tal in Zentralserbien. Mit Löschflugzeugen kämpften die Einsatzkräfte in schwierigem Gelände, um nahe gelegene Dörfer zu schützen.
Nicht nur Serbien war betroffen. Mehrere Balkanstaaten meldeten am Donnerstag Brände, angefacht durch extreme Hitze mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius.
Das extreme Sommerwetter in Europa setzt auch den Flüssen zu. Teile der Donau sind auf Rekordtiefstände gefallen. Das Absinken der Pegel im Sommer gilt als normal. In diesem Jahr ist der Rückgang des Wassers jedoch beispiellos.
Niedrigswasser führt zu Energiekrise
In Ungarn haben die außergewöhnlich niedrigen Pegel der Donau eine Energiekrise ausgelöst. Das Land musste sein einziges Atomkraftwerk abschalten, das für die Kühlung auf Flusswasser angewiesen ist.
Auch Serbien musste in der vergangenen Woche die Stromproduktion aus Wasserkraftwerken drosseln. Die beiden größten Anlagen liefen nur noch mit etwa 20 und 30 Prozent ihrer Kapazität.
Auch Südosteuropa leidet weiter unter extremer Hitze.
Flammen in Norditalien und Frankreich
In der nördlichen italienischen Region Emilia-Romagna ist in einem abgelegenen Gebiet bei Vedriano ein Waldbrand ausgebrochen. Die Löscharbeiten laufen seit Donnerstagnachmittag. Italien hat alle 27 Großstädte auf die höchste Hitzewarnstufe gesetzt.
Im Nachbarland Frankreich breitet sich ein großer Waldbrand im südlichen Département Var nicht weiter aus. Die Feuerwehr blieb zuletzt dennoch mit vielen Kräften vor Ort, weil jederzeit neue Glutnester aufflammen können.
„Dieser Brand kann sehr lange dauern. Am Morgen geht es zum Beispiel darum, unsere Positionen aufzubauen, denn mit dem Wind und der steigenden Hitze nehmen die Brandrisiken am Nachmittag zu“, sagte Adjudant Anthony vom Marseiller Marinefeuerwehrbataillon. Da er Soldat ist, nannte er seinen Nachnamen nicht.
Das Feuer, das am 20. Juli ausgebrochen war, gilt als der größte Brand in der Region seit Jahrzehnten.
Europa ist dem Bericht „European State of the Climate 2025“ zufolge der Kontinent mit der schnellsten Klimaerwärmung weltweit. Die Temperaturen steigen hier etwa doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt.
Der Bericht warnt, Hitzewellen dürften in Zukunft häufiger und intensiver werden, früher im Jahr beginnen und später enden.