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Serbiens Präsident Vučić setzt Zeichen in Brüssel und Moskau: Empfang für Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt seinem serbischen Kollegen Aleksandar Vučić im Palast in Belgrad die Hand am Samstag, acht August 2026.
Am Samstag, 8. August 2026, gibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić im Serbien-Palast in Belgrad die Hand. Copyright  AP Photo/Darko Vojinovic
Copyright AP Photo/Darko Vojinovic
Von Evelyn Ann-Marie Dom
Zuerst veröffentlicht am
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Die Gespräche zwischen Selenskyj und Vučić finden vor dem Hintergrund des erneut eskalierenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine statt. Serbien ist Russland historisch verbunden, doch der EU-Beitritt hat inzwischen Vorrang.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hofft auf ein Ende des Kriegs in der Ukraine, bezweifelt aber, dass es bald dazu kommt.

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„Wenn Sie mich fragen: Als politischer Veteran kann ich Ihnen sagen, dass ich mir da nicht sicher bin. Ich habe große Angst, dass uns ein weiterer schwieriger Winter bevorsteht“, sagte Vučić bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der Belgrad besucht.

„Aber ich hoffe einfach, ohne wirkliche Fakten, die diese Hoffnung stützen, dass der Krieg morgen zu Ende ist“, fügte er hinzu.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Freitag in Belgrad angekommen. Es ist sein erster offizieller Besuch in Serbien seit seiner Wahl 2019.

Am Samstag wurde der ukrainische Präsident mit militärischen Ehren empfangen. Anschließend traf er im Präsidentenpalast seinen serbischen Amtskollegen.

Im Rahmen des Besuchs unterzeichneten das serbische Landwirtschaftsministerium und der ukrainische Botschafter in Serbien eine Absichtserklärung.

Nach der Unterzeichnung erklärte Vučić, die beiden Staaten wollten bald ein Freihandelsabkommen abschließen. Es sei „von größter Bedeutung für unser Land und die Ukraine“.

„Wir werden hart daran arbeiten, und ich glaube, wir werden unseren Bürgerinnen und Bürgern zügig und effizient ein solches Abkommen vorlegen“, so Vučić.

Die Ukraine bemüht sich angesichts der anhaltenden und verstärkten russischen Angriffe um mehr internationale Unterstützung. Belgrad versucht zugleich, seine Beziehungen zu Moskau mit dem Druck der Europäischen Union auszubalancieren, sich an der Außenpolitik des Staatenbunds auszurichten.

Mit der Einladung Selenskyjs sendet Vučić ein deutliches Signal an die EU, aber auch an Russland.

Serbien gehört zu den wenigen europäischen Staaten, die nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine ihre engen Kontakte zu Moskau beibehalten haben. Das Land bezieht seine Energie fast vollständig aus Russland.

Vor dem Treffen mit Selenskyj bekräftigte Vučić, dass Belgrad keine schärferen Sanktionen gegen Russland verhängen werde. Serbien hat der Ukraine allerdings direkte Finanzhilfen und humanitäre Unterstützung gewährt, jedoch keine militärische Hilfe.

Selenskyj: Waffenabkommen stehen, Nachschub bleibt unzureichend

Selenskyjs Besuch in Serbien fällt in eine Phase, in der Moskau seine Angriffe auf die Ukraine fortsetzt. In der Nacht griffen russische Truppen Kyjiw mehrfach an, töteten mindestens drei Menschen, darunter ein Kind, und verletzten mehrere weitere.

Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Oft setzt es ballistische Raketen ein, die nur schwer abzufangen sind.

„In der vergangenen Nacht gab es erneut einen Raketenangriff mit ballistischen Raketen, die unsere Infrastruktur ins Visier nahmen. Es kamen auch Angriffsdrohnen zum Einsatz. Vor allem wieder Shahed-Drohnen, die unsere Energieanlagen und Bahnlinien attackierten“, sagte Selenskyj bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Vučić.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein serbischer Amtskollege Aleksandar Vučić bei der Begrüßungszeremonie im Serbia Palace in Belgrad, Serbien, Samstag, 8. August 2026.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein serbischer Amtskollege Aleksandar Vučić bei der Begrüßungszeremonie im Serbia Palace in Belgrad, Serbien, Samstag, 8. August 2026. AP Photo/Darko Vojinovic

Mit Blick auf die Verteidigung der Ukraine gegen die russische Aggression sagte der ukrainische Staatschef, es gebe Vereinbarungen über die Lieferung von Waffen, doch der Nachschub sei nicht ausreichend.

„Wer verfügt über ballistische Raketen und die entsprechenden Systeme? Die Hersteller. Das sind in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika. Können sie uns helfen? Daran arbeiten wir. Werden sie uns jeden Monat Raketen liefern? Ja, es gibt entsprechende Vereinbarungen. Aber reichen diese Raketen aus? Nein“, sagte Selenskyj.

Mehrere US-Medien berichteten zuletzt über Washingtons schrumpfende Waffenbestände, eine Darstellung, die Präsident Donald Trump zurückweist.

Selenskyj erklärte, die Lieferungen von Luftverteidigungssystemen ausländischer Partner seien 2026 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, und rief Europa zu mehr Unterstützung auf.

„Wir sagen, die Amerikaner müssen solche Systeme liefern, aber auch die Europäer. Mit ihnen verhandeln wir gerade. Die Verfahren für manche Lizenzen dauern zudem sehr lange. Und das ist die Wahrheit“, sagte der ukrainische Präsident.

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