Das lettische Militär warnt, dass der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine weitere Drohnenvorfälle im lettischen Luftraum nach sich ziehen könnte.
Kampfjets der NATO-Mission zur Luftüberwachung über dem Baltikum haben an diesem Freitag eine "ausländische Drohne" im lettischen Luftraum abgeschossen, wie das Militär des Landes mitgeteilt hat.
Die lettischen Streitkräfte erklärten, die Drohne sei infolge russischer elektromagnetischer Kriegsführung nach Lettland eingedrungen und über dem Bezirk Balvi im Osten des Landes abgefangen worden.
Das Militär stationierte zusätzliche Einheiten der Luftverteidigung an den Ostgrenzen Lettlands und überwacht den Luftraum weiter.
"Solange Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert, sind weitere Fälle möglich, in denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich ihm nähern", hieß es in der Mitteilung.
Weitere Bedrohungen des Luftraums wurden in den Gemeinden Augšdaugava, Preiļi, Rēzekne, Balvi und Alūksne festgestellt. Diese Vorfälle sind inzwischen beendet.
Der jüngste Abschuss reiht sich in eine Serie von Drohnenvorfällen im Luftraum der NATO ein, vor allem entlang der Ostflanke des Bündnisses. Diese Region gilt als besonders verwundbar für Sicherheitsrisiken, die aus dem Ukraine-Krieg resultieren. Der Krieg begann, als Moskau im Februar 2022 eine großangelegte Invasion startete.
Im Juli dieses Jahres schossen rumänische Kampfjets binnen drei Tagen drei Drohnen ab, während die Zahl drohnenbezogener Zwischenfälle im Land stark zunahm. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft handelte es sich bei mindestens einer der abgefangenen Drohnen um einen Shahed-Typ, den russische Truppen in ihrem Krieg gegen die Ukraine einsetzen.
Rumänische Marinetaucher zerstörten am Dienstag zudem zwei Drohnen des Typs Gerbera im Schwarzen Meer, nahe dem Gasprojekt Neptun Deep.
"Um die Sicherheit der Schifffahrtsroute und der Arbeiten rund um die Plattform zu gewährleisten, wurde entschieden, eine kontrollierte Sprengung vorzunehmen", erklärte Verteidigungsminister Radu Miruță an jenem Tag.
Im Juni explodierte eine ukrainische Seedrohne im rumänischen Hafen Constanța, nachdem das ukrainische Militär berichtet hatte, sie sei infolge russischer elektronischer Kriegsführung vom Kurs abgekommen.
In Bulgarien detonierte vergangene Woche eine weitere Drohne nahe einer Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline.
Die NATO-Partner kamen am Mittwoch zusammen, um über die jüngsten Drohnenvorfälle zu beraten und ihre "volle Solidarität mit und Unterstützung für die betroffenen Verbündeten" zu bekunden.
"Die Verbündeten bekräftigten, dass Russland die volle Verantwortung für diese gefährlichen und inakzeptablen Luftraumverletzungen trägt, die Russlands wachsende Risikobereitschaft zeigen", teilte die NATO mit. Das Bündnis sei "bereit, jede Aggression abzuschrecken und abzuwehren".
Die NATO-Mission zur Luftüberwachung über dem Baltikum sieht vor, dass Verbündete im Viermonatsrhythmus auf die Luftwaffenstützpunkte Šiauliai in Litauen und Ämari in Estland verlegt werden. Von dort können sie bei Bedarf vom NATO-Luftoperationszentrum in Uedem in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden.
Lettland, Litauen und Estland stellen als Gastgeberstaaten die Luftführungsinfrastruktur sowie Personal für die Mission. Diese läuft seit 2004. Im Jahr 2014 wurde sie nach Russlands völkerrechtswidriger Annexion der Krim erweitert.