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Rumänien stoppt AKW Cernavodă wegen Niedrigwasser der Donau

Das Kernkraftwerk Cernavodă in Cernavodă am dritten August 2026.
Das Kernkraftwerk Cernavodă in Cernavodă am dritten August 2026. Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
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Fast zwei Drittel der Donau führten im Juli so wenig Wasser wie seit 34 Jahren nicht mehr. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Analyse von Copernicus.

Rumänien hat am Donnerstag den Betrieb seines einzigen Atomkraftwerks gestoppt. Die ungewöhnliche Abschaltung ist eine Folge der Dürre, die Europa austrocknet und den Pegel der Donau, die das Kraftwerk kühlt, auf Rekordtiefs gedrückt hat.

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Viele Regionen Europas erleben in diesem Sommer erneut eine Hitzewelle. Zugleich herrscht Dürre, Flüsse erreichen mancherorts historische Tiefstände.

Das Kernkraftwerk Cernavodă liefert normalerweise rund ein Fünftel des rumänischen Stroms. Wegen Trockenheit wurde es bisher erst ein einziges Mal abgeschaltet, im Jahr 2003.

Der staatliche Betreiber Nuclearelectrica hatte bereits im vergangenen Monat einen der beiden Reaktoren außer Betrieb genommen und erklärte am Donnerstag, er müsse nun auch den zweiten stoppen, „wegen des deutlichen und anhaltenden Rückgangs des Donaupegels“.

„Wir rechnen in den nächsten zehn Tagen nicht mit einem Neustart“, sagte Kraftwerksdirektor Romeo Urjan der Nachrichtenagentur AFP.

Das Kernkraftwerk Cernavodă in Cernavodă, 29. Juli 2026
Das Kernkraftwerk Cernavodă in Cernavodă, 29. Juli 2026 AP Photo

Versuche, den Donaufluss zu steuern

Rumänien hatte versucht, einen vollständigen Stillstand der beiden 700-Megawatt-Reaktoren zu verhindern.

Dafür stellte die Regierung mehr als 2 Millionen Euro bereit. Mit dem Geld sollte der Verlauf der Donau so verändert werden, dass die Reaktoren weiter gekühlt werden können, etwa durch die Sprengung eines Felsens und das Versenken von vier mit Steinen beladenen Schubleichtern.

Alternative Stromquellen, etwa Windenergie und Importe aus dem Ausland, sollen die Versorgung sichern, teilte das Energieministerium am Mittwoch mit.

Zugleich erneuerte das Ministerium seinen Aufruf zu „verantwortungsbewusstem Verbrauch“.

Die rumänische Marine zündet Unterwasser-Sprengsätze bei der kontrollierten Sprengung von Felsen, um den Wasserfluss der Donau zu verbessern, 3. August 2026
Die rumänische Marine zündet Unterwasser-Sprengsätze bei der kontrollierten Sprengung von Felsen, um den Wasserfluss der Donau zu verbessern, 3. August 2026 AP Photo

Die Behörden warnten, im äußersten Fall müssten große Industrieunternehmen ihren Stromverbrauch in den Abendstunden einschränken, um Energie zu sparen.

Anfang August kündigte die Regierung an, dass die Autohersteller Dacia und Ford die Produktion im Land bis zum 19. August aussetzen, um das Stromdefizit zu verringern.

Rekordniedrige Donaupegel

Laut einer am Montag veröffentlichten Analyse des europäischen Klimadienstes Copernicus verzeichnen fast zwei Drittel der Donau im Juli die niedrigsten Durchflussmengen seit 34 Jahren.

Die aktuelle Dürre wird durch den menschengemachten Klimawandel verstärkt, heißt es in einem Bericht des Forschungsnetzwerks World Weather Attribution. Die Wissenschaftler warnen, dass sich die Lage weiter verschärfen dürfte.

Im Nachbarland Ungarn konnte das einzige Atomkraftwerk des Landes, Paks, bislang einen Komplettstopp vermeiden. Seine vier Reaktoren werden ebenfalls von der Donau gekühlt.

Menschen laufen über eine Sandbank in der Donau, freigelegte Flächen bei außergewöhnlich niedrigem Wasserstand in Rasova, 7. August 2026
Menschen laufen über eine Sandbank in der Donau, freigelegte Flächen bei außergewöhnlich niedrigem Wasserstand in Rasova, 7. August 2026 AP Photo

Angesichts weiter sinkender Pegel kündigte Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar am Mittwoch an, die Regierung habe den Bau einer unter Wasser liegenden Sperrmauer angeordnet, um die Strömung in der Nähe des Kraftwerks zu steuern.

Zwei 80 Meter lange Schubleichter (Lastkähne ohne eigenen Antrieb, die von einem Schubboot geschoben werden) sollen zudem bei Paks stationiert werden. Sie könnten versenkt werden, um den Wasserstand anzuheben.

Das Kraftwerk Paks deckt üblicherweise rund ein Drittel des ungarischen Strombedarfs. Es ist seit Ende des vergangenen Monats nur noch teilweise in Betrieb.

Der niedrige Wasserstand der Donau, des zweitlängsten Flusses Europas, trifft auch die Schifffahrt entlang ihrer 2.850 Kilometer langen Strecke von Westdeutschland bis zur Mündung ins Schwarze Meer schwer.

Weitere Quellen • AP, AFP

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