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Litauens Außenminister: Russland weitet Angriffe auf EU wohl aus

Kęstutis Budrys, litauischer Außenminister, im Euronews-Interview in Irland, am zweiten September 2026
Kęstutis Budrys, litauischer Außenminister, im Euronews-Interview in Irland am zweiten September 2026 Copyright  Euronews
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Von Shona Murray & Lauren Walker
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Litauens Außenminister lobt Berlin für die Zuordnung des versuchten Drohnenangriffs in Leipzig zu Russland, fordert aber stärkere EU-Abschreckung gegen weitere Eskalation.

Frühere in Brüssel beschlossene Abschreckungsmaßnahmen gegen Russland haben Angriffe auf europäische Staaten bislang nicht verhindert. Dadurch wächst nach Ansicht des litauischen Außenministers Kęstutis Budrys die Gefahr, die Russland für die Europäische Union darstellt, sagte er Euronews.

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Budrys äußert sich nur wenige Tage, nachdem Deutschland eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs auf dem Flughafen Leipzig/Halle Russland zugeschrieben hat. Der Airport spielt eine Schlüsselrolle beim Transport von Militärgütern. Der Kreml weist diese Vorwürfe zurück.

Budrys lobt zwar die Reaktion Berlins auf den Vorfall, bei der die deutschen Nachrichtendienste mehr Befugnisse zur Abwehr von Angriffen erhalten haben. Doch seiner Ansicht nach bleibt die Antwort der Europäischen Union insgesamt unzureichend.

„Die deutschen Dienste, die Sicherheits- und Nachrichtendienste, haben sehr schnell reagiert. Sie haben den Anschlagsplan, diesen Akt des Staatsterrorismus, verhindert und das Ganze dem verantwortlichen Staat und dessen Diensten zugeordnet. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir über solche Fähigkeiten verfügen“, sagte der litauische Minister im Euronews-Interviewformat „12 Minutes with“.

Der vereitelte Einsatz in Leipzig ist für Budrys nur der jüngste in einer Reihe versuchter Anschläge und mutmaßlicher Sabotageakte Russlands gegen EU-Staaten in den vergangenen Monaten. Er zeige, dass die bisherigen Maßnahmen gegen die Bedrohung aus dem Kreml nicht ausreichen.

„Für Russland haben unsere bisherigen Reaktionen nicht ausgereicht, um die Lage neu zu bewerten. Das bedeutet, Russland fühlt sich nicht abgeschreckt“, sagte Budrys.

„Russland sieht darin nach wie vor eine Art billiges Mittel, um die Spannungen in unseren Gesellschaften zu erhöhen und Fragen aufzuwerfen, ob wir unsere Unterstützung für die Ukraine fortsetzen sollen. Und das bedeutet, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Angriffe in Zukunft eskalieren wird.“

Das unterstrich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch. Sie warnte, solche Vorfälle seien zur „neuen Normalität“ geworden und die EU müsse „mehr tun“ und „schneller und besser auf Russlands Rücksichtslosigkeit reagieren“.

Visabeschränkungen und schärfere Sanktionen

Budrys ordnet die jüngsten Angriffe als kinetisch ein, also mit klassischer Bewaffnung. Hybride Angriffe beträfen aus seiner Sicht eher Desinformationskampagnen und Cyberattacken.

„Dem setzen wir vor Ort vor allem unsere Spionageabwehr sowie Sicherheits- und Nachrichtendienste entgegen, die gestärkt werden müssen“, sagte er. Zugleich müsse der Druck auch auf politischer und wirtschaftlicher Ebene steigen.

Nachdem Berlin Russland im vergangenen Monat für den Drohnenanschlag auf den deutschen Flughafen verantwortlich gemacht hatte, ordnete die Bundesregierung weitere Schritte an. Sie ließ das russische Konsulat in Bonn schließen, beendete den Vertrag für das Russische Haus in Berlin und kündigte strengere Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige an.

Die Beschränkung der Bewegungsfreiheit russischer Staatsbürger war ebenfalls Thema eines Treffens der EU-Außenminister im irischen Wicklow. Bereits seit November 2025 erhalten russische Staatsbürger keine Mehrfach-Schengenvisa mehr.

„Es kann nicht sein, dass noch immer so viele russische Touristinnen und Touristen in der Europäischen Union unterwegs sind“, sagte Budrys. Im vergangenen Jahr wurden russischen Staatsangehörigen 477.000 Touristenvisa erteilt.

„Wie kann es sein, dass Bürgerinnen und Bürger eines Landes, das solche Aktivitäten betreibt, hier weiterhin reisen können? Das müssen wir einschränken“, fügte er hinzu.

Nach dem Treffen am Mittwoch erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, die Mitgliedstaaten hätten sich darauf verständigt, strengere Visabeschränkungen für russische Touristinnen und Touristen voranzutreiben und ehemaligen wie aktiven Angehörigen der russischen Armee EU-weit keine Visa mehr zu erteilen.

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul kündigte zudem an, den Druck auf die sogenannte Schattenflotte Moskaus zu erhöhen, eine Gruppe alternder Tanker, mit der der Kreml versucht, die westlichen Sanktionen gegen seine Ölindustrie zu umgehen.

Von der Leyen bestätigte diese Woche, dass die EU an zusätzlichen Sanktionen gegen Russland arbeitet. Die Außenminister sollen das neue Paket bei ihrem nächsten Treffen vorbereiten.

„Wir müssen unsere Sanktionen gegen Russland verschärfen, um zu zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen und unsere Unterstützung für die Ukraine nicht beenden werden“, sagte Budrys.

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