Erneut sorgt ein Wal-Fund in der Ostsee für Aufsehen: In den vergangenen Tagen war dort immer wieder ein Buckelwal gesichtet worden, bevor er jeweils wieder verschwand. Nun wurde ein toter Wal im Greifswalder Bodden vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns entdeckt. Das Tier soll nun untersucht werden.
Eine Obduktion soll Aufschluss über die Todesursache des rund sieben Meter langen Buckelwals geben, der am Donnerstag im Greifswalder Bodden entdeckt wurde.
Das Schicksal von Buckelwal „Timmy“ hatte im Frühjahr weithin für Aufmerksamkeit gesorgt: Der im Frühjahr mehrfach in der Ostsee gesichtete und gestrandete Wal wurde nach einer umstrittenen Rettungsaktion in Richtung Nordsee gebracht und später tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden.
Nun steht erneut ein Buckelwal im Mittelpunkt: Ein rund sieben Meter langer Kadaver wurde im Greifswalder Bodden entdeckt und am Freitag zur Insel Dänholm bei Stralsund gebracht.
Der Kadaver trieb vor der Südspitze Rügens nahe einer Bundeswasserstraße im Wasser. Ob es sich um den Buckelwal handelt, der zuvor mehrfach vor Mecklenburg-Vorpommern und zuletzt vor der polnischen Küste gesichtet worden war, ist noch unklar. Die Obduktion soll heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, berichtet der NDR.
Am Vormittag wurde der rund sieben Tonnen schwere Kadaver auf der Insel Dänholm vor Stralsund mithilfe eines Krans aus dem Wasser gehoben. Anschließend wurde das Tier per Lastwagen etwa 150 Meter zum Nautineum, einer Außenstelle des Meeresmuseums, transportiert. Ein Team von rund zehn Wissenschaftlern steht dort für die Vermessung und Sektion bereit.
Haut hängt bereits in Fetzen herab
Auffällig sind die stark beschädigte Haut und teilweise herabhängende Hautpartien. Die Wissenschaftler untersuchen den Wal auf äußere Verletzungen und nehmen Proben für Laboranalysen. Auch die Fettschicht und die Organe werden untersucht, unter anderem auf Parasiten. Die Obduktion soll klären, ob das Tier krank war, durch äußere Einflüsse starb oder eines natürlichen Todes verendete. Mit den Ergebnissen wird in einigen Wochen gerechnet.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erhofft sich von der Untersuchung Erkenntnisse darüber, warum Wale in die Ostsee gelangen und woran sie dort verenden.
Erste Laborergebnisse werden allerdings erst in einigen Wochen erwartet.
Backhaus verweist darauf, dass sich die Walpopulation im Atlantik in den vergangenen Jahren offenbar gut erholt hat. Eine wachsende Population könnte demnach auch dazu führen, dass mehr Tiere in die Ostsee gelangen.
Auch noch kein Ergebnis der Obduktion von Wal "Timmy"
Bei der Obduktion von Buckelwal „Timmy“ konnte zunächst keine eindeutige Todesursache festgestellt werden. Äußere Verletzungen wurden nicht gefunden, entdeckte Parasiten galten nicht als Todesursache; auch Netze oder andere Fremdkörper wurden im Magen nicht festgestellt. Zudem stellte sich heraus, dass „Timmy“ ein Weibchen war und zuletzt nicht trächtig gewesen war. Die endgültigen Ergebnisse sollten erst Monate später vorliegen.