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Italienischer Waffenhersteller Leonardo testet Schutzsystem in der Ukraine

Die ukrainische Langstrecken-Angriffsdrone „Chaklun“ startet von einem mobilen Werfer an einem geheimen Ort in der Ukraine am Donnerstag, dem sechsten August 2026.
Die ukrainische Langstrecken-Kampfdrohne „Chaklun“ startet von einem mobilen Werfer an einem geheimen Ort in der Ukraine, am sechsten August 2026. Copyright  AP Photo
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Von Euronews Roma
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Leonardo-Chef Mariani kündigt Tests des Luftabwehrsystems Michelangelo Dome in der Ukraine für das Jahresende an.

Der italienische Rüstungskonzern Leonardo will bis Ende 2026 in der Ukraine erste Praxistests des Michelangelo Dome durchführen, eines vom Konzern entwickelten Luftverteidigungsschildes.

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Das bestätigte Vorstandschef Lorenzo Mariani in einem Interview mit Il Sole 24 Ore.

"Ich bestätige den angekündigten Zeitplan: Gegen Jahresende werden wir eine Testphase direkt auf ukrainischem Gebiet aufsetzen. Im Fokus steht zunächst die Komponente zur Abwehr von Drohnenangriffen. Sie ist ein zentrales Element des Schutzschildes, aber nicht das einzige“, sagte Mariani der Wirtschaftszeitung.

Der Chef von Leonardo zeichnet ein klares Bild von der Zukunft der europäischen Verteidigung.

"Nach drei, vier Jahren Krieg vor der Haustür hat Europa inzwischen einen sehr klaren Blick auf die Bedrohungen für das zivile Leben“, betont er. Es reiche nicht, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, zumal diese in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich ausfielen. Entscheidend seien gemeinsame Programme der Europäischen Union.

Die Ankündigung erfolgt in einem angespannten Klima in der Ukraine und darüber hinaus. Die jüngsten Angriffe mit russischen Drohnenhaben in mehreren europäischen Staaten heftige Reaktionen ausgelöst. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die Union trete in eine neue Verteidigungsära ein, in der Vorfälle mit russischen Drohnen zur neuen Normalität werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen bereits die Firma "Leonardo Ukraine" gegründet. Sie entstand im vergangenen Mai in Kyjiw und dient als erste industrielle Präsenz des Konzerns in dem Land.

Michelangelo Dome: neues Luftabwehrsystem

Der Michelangelo Dome ist kein einzelnes Waffensystem, sondern eine Architektur, die Sensoren, Plattformen und Verteidigungsfähigkeiten vernetzt. Sie umfasst fünf Domänen – Luft, Land, See, Weltraum und Cyberraum – und nutzt dabei künstliche Intelligenz, Hochleistungsrechner und Datenfusion.

Ziel ist es, eine Art dynamische „Kuppel“ aufzuspannen, die verschiedenste Bedrohungen entdecken, verfolgen und neutralisieren kann – von Drohnenschwärmen über Tiefflug-Marschflugkörper bis hin zu Hyperschallraketen sowie Hybrid- und Cyberangriffen.

Dass Leonardo die Anti-Drohnen-Komponente zuerst in der Ukraine erprobt, ist kein Zufall. Die Front dort gilt derzeit als härtestes Testfeld weltweit für integrierte Luftverteidigungssysteme, täglich ausgesetzt kombinierten Angriffswellen mit Drohnen, ballistischen Raketen und sogenannten Loitering-Munitions.

Für Leonardo geht es darum, seine Technologien nicht nur auf einem kontrollierten Testgelände, sondern in einer realen Einsatzumgebung zu validieren – noch bevor ab 2027 umfangreichere Erprobungen im Nato-Rahmen anlaufen.

„Wenn wir ein schlankes Genehmigungsverfahren hinbekommen, könnten wir bereits Mitte kommenden Jahres starten – mit dem Ziel, die Struktur ab dem ersten Januar 2028 voll einsatzfähig zu machen“, kündigte Mariani an.

Europas Verteidigung im Zeitalter hybrider Kriege

Verteidigung steht inzwischen ganz oben auf der europäischen Agenda. Anfang September machte Deutschland Russland offiziell für einen hybriden Angriff verantwortlich: Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne war am vierten August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle entdeckt worden, in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs.

Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt sprach von Beweisen, die den Vorfall mit weiteren hybriden Operationen Moskaus im Rahmen des Krieges gegen Kyjiw verknüpfen. Er kündigte die Schließung des russischen Konsulats in Bonn und des Russland-Hauses in Berlin an. Außenminister Johann Wadephul ordnete den Fall ein als Teil „einer langen Serie von Versuchen der Destabilisierung, Desinformation, Drohungen, Sabotage und Aggression“ gegen Europa.

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