Auf der Insel mit Stränden und Kiefernwäldern werden traditionsreiche Hotels frisch herausgeputzt, zudem eröffnet ein neues Haus.
Die Crème de la Crème der Filmwelt reist derzeit nach Venedig zur 83. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele.
Das glanzvolle Ereignis spielt sich auf der Insel Lido ab, einem schmalen Landstreifen, nur eine kurze Fahrt mit dem Wasserbus vom historischen Zentrum entfernt.
Die Insel hat einen ganz eigenen Charakter: ein Sommerrefugium mit Strandbädern und historischen Hotels, das die Venezianer lieben, das internationale Touristinnen und Touristen aber oft übersehen.
Außer in jenen elf Tagen im September, in denen sie sich in ein globales Zentrum der Leinwandkunst verwandelt.
Aktuell gibt es Anzeichen dafür, dass die ruhige Insel mit Belle-Époque-Architektur, Campingplätzen, Pinienwäldern und Naturoasen eine Renaissance erlebt – mit einem klaren Fokus auf Luxus.
Ihr berühmtestes Hotel, in dem das Filmfestival ursprünglich stattfand, wurde rundum erneuert. Ein anderes Traditionshaus steht vor einer umfassenden Renovierung, und im vergangenen Jahr hat ein neues Vier-Sterne-Superior-Resort eröffnet.
Filmfestspiele Venedig: Star-Hotel Excelsior erhält Luxus-Upgrade
Das Hotel Excelsior Venice Lido gilt als die prestigeträchtigste Adresse der Filmfestspiele. Die erste Ausgabe fand 1932 auf seiner zum Meer ausgerichteten Terrasse statt.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1908 zählt das Haus zu den Lieblingsadressen von Royals, Politikerinnen und Politikern und natürlich Filmstars.
Greta Garbo, Audrey Hepburn und Elizabeth Taylor flanierten einst durch die von maurischen Motiven inspirierten Räume. Heute logieren dort weiterhin Größen wie George Clooney und Nicole Kidman während des Festivals.
Bei der Wiedereröffnung im Mai dieses Jahres präsentierte das Hotel eine Reihe beeindruckender Umbauten an dem geschichtsträchtigen Gebäude mit Kuppeln, Bögen und Minaretten.
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft den Palm Court. Die Innenlobby mit üppigem Grün wurde in ihren früheren Glanz als gesellschaftliches Zentrum des Hauses zurückversetzt.
Der Raum zeigt jetzt Archivfotografien von Royals, berühmten Regisseurinnen und Regisseuren sowie Hollywood-Legenden, die im Lauf des vergangenen Jahrhunderts hier abgestiegen sind.
Mehr als die Hälfte der 198 Zimmer und Suiten wurde mit sanften mediterranen Farbwelten und maßgefertigtem Muranoglas neu gestaltet.
Neu hinzugekommen sind außerdem ein markantes Terrassenrestaurant, eine Poolbar und ein Beachclub mit 299 Cabanas namens Amù Venice. Das Konzept verbindet Riviera-Flair – die Marke entstand auf dem Dach des Fairmont Monte Carlo an der Côte d’Azur – mit den gastronomischen Traditionen des Veneto.
Venedig-Lido: Neues Vier-Sterne-Resort eröffnet
Im vergangenen Jahr wurde ein weiteres Beispiel der markanten Lido-Architektur aus den 1920er-Jahren als Vier-Sterne-Superior-Resort wiederbelebt.
Das Meliá Venezia Lido wirkt deutlich weniger opulent als das Excelsior, bietet der Insel aber eine elegante und zugleich erschwinglichere Unterkunftsoption.
Die Gemeinschaftsbereiche sind vom klaren Licht der Adria durchflutet, und mehrere der 60 Zimmer eröffnen weite Blicke über die Lagune bis zum historischen Zentrum.
Zum Haus gehört außerdem das Restaurant AcquaRiva mit einem vom Art déco inspirierten Design und mediterran-venezianischer Fusionsküche.
Lido-Traditionshotel Grand Hôtel des Bains: Restaurierung für 200 Millionen Euro
Das weitläufige Grand Hôtel des Bains beherbergte einst ebenfalls kulturelle Ikonen und große Namen des Films. Schriftsteller Thomas Mann wohnte 1911 dort; der Aufenthalt inspirierte seine Novelle „Der Tod in Venedig“.
Das prachtvolle Hotel im Liberty-Stil schloss 2010 seine Tore, doch im vergangenen Jahr wurden Pläne für eine Wiedereröffnung bekanntgegeben.
Eine Investition von 200 Millionen Euro soll das Gebäude und seinen Strandbereich instand setzen und zu einem modernen Spitzenresort machen.
„Das ist mehr als eine Restaurierung, es ist eine Wiederbelebung des europäischen Erbes durch moderne Exzellenz“, sagte Mohamed Alabbar. Er ist Vorsitzender und Gründer von Eagle Hills, einem Immobilienentwickler mit Sitz in Abu Dhabi, der das Projekt gemeinsam mit dem COIMA ESG City Impact Fund für urbane Erneuerung finanziert.
„Venedig war immer eine Brücke zwischen den Welten, und wir sind stolz, Teil seiner Zukunft zu sein. Wir bringen unsere Erfahrung in der Luxushotellerie in eines der symbolträchtigsten Hotels des Kontinents ein.“