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Schweden nach der Wahl: Linkes Bündnis um Ex-Regierungschefin knapp vorn

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Wählerinnen und Wähler in einem Wahllokal
Wählerinnen und Wähler in einem Wahllokal Copyright  Johan Nilsson/TT News Agency via AP
Copyright Johan Nilsson/TT News Agency via AP
Von Roselyne Min & Harry Bligh
Zuerst veröffentlicht am
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Schweden steht möglicherweise vor einem Machtwechsel. Das linke Bündnis um Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson liegt nach ersten Auszählungen knapp vor der amtierenden Rechtskoalition von Ulf Kristersson. Klarheit gibt es wohl erst in den nächsten Tagen.

Der Ausgang der schwedischen Parlamentswahl ist auch am Tag danach noch offen. Nach Auszählung von rund 93 Prozent der Stimmen liegt das linke Oppositionsbündnis um die Sozialdemokratin Magdalena Andersson mit 176 der 349 Reichstagssitze knapp vor der amtierenden Rechtskoalition von Ministerpräsident Ulf Kristersson, die auf 173 Sitze kommt. Das endgültige Ergebnis steht damit weiterhin nicht fest.

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Über weite Strecken des Wahlkampfs lag die linke Opposition in Umfragen deutlich vorne, in den letzten Tagen vor der Abstimmung schmolz ihr Vorsprung jedoch merklich zusammen. Getragen wird das Oppositionsbündnis von vier Parteien unter Führung der Sozialdemokraten, die aktuell auf rund 28 Prozent der Stimmen kommen und damit auf ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als hundert Jahren zusteuern.

Andersson erklärte, sie sei bereit, eine neue Regierung zu bilden, sollte sich der knappe Vorsprung ihres Blocks im endgültigen Ergebnis bestätigen. Sie wirbt für höhere Steuern für Banken und Spitzenverdiener, kürzere Wartezeiten im Gesundheitswesen und Verbesserungen im Bildungssystem.

Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, gibt am Sonntag in einem Wahllokal im schwedischen Nacka ihre Stimme ab
Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, gibt am Sonntag in einem Wahllokal im schwedischen Nacka ihre Stimme ab Stefan Jerrevång/TT News Agency via AP

Kristerssons konservative Moderate Partei kommt nach bisheriger Auszählung auf knapp 20 Prozent. Der Ministerpräsident kündigte an, einen bestätigten Regierungsbildungsversuch von Andersson zu respektieren. Insgesamt liegen die Mitte-links-Parteien vorn, während sowohl die radikale Linke als auch die radikale Rechte an Zustimmung verlieren.

Besonders bemerkenswert: Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten müssen im Vergleich zur Wahl 2022 deutliche Verluste hinnehmen. Ihr Stimmenanteil sinkt von 20,6 auf rund 17,6 Prozent. Parteichef Jimmie Akesson wertete das Ergebnis dennoch als Erfolg für die gesellschaftliche Sichtbarkeit seiner Partei.

Der Vorsitzende der Schwedendemokraten, Jimmie Akesson, gibt in Rinkeby, einem Vorort von Stockholm, seine Stimme ab
Der Vorsitzende der Schwedendemokraten, Jimmie Akesson, gibt in Rinkeby, einem Vorort von Stockholm, seine Stimme ab Claudio Bresciani/TT via AP

Seit der Wahl 2022 war Kristerssons Regierung im Parlament auf die Unterstützung der Schwedendemokraten angewiesen, ohne dass diese selbst Regierungsämter innehatten. Diese Konstellation verschaffte der Partei erheblichen Einfluss auf die Politik, etwa in der Migrationspolitik. Vor der aktuellen Wahl hatte Kristersson den Schwedendemokraten für den Fall eines Wahlsiegs erstmals eigene Ministerposten in Aussicht gestellt. Ein Sieg des linken Bündnisses würde vier Jahre bürgerlich-rechte Regierungsführung beenden, die 2022 vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Bandenkriminalität und Schusswaffengewalt begonnen hatte.

Ein Regierungswechsel würde allerdings nicht automatisch eine Abkehr von Schwedens verschärftem Migrationskurs bedeuten. Auch die Sozialdemokraten betonen, dass eine von Andersson geführte Regierung an einer restriktiven Migrationspolitik festhalten wolle.

Bis zum amtlichen Endergebnis dürften noch einige Tage vergehen. Ab Mittwoch werden verspätet eingegangene Stimmen ausgezählt, zusätzlich kontrollieren die schwedischen Regionalbehörden sämtliche Stimmzettel ein weiteres Mal.

Weitere Quellen • AFP

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