Im Prozess trifft Elon Musk auf OpenAI-Chef Sam Altman. OpenAI soll seine gemeinnützigen Wurzeln zugunsten von Profit aufgegeben haben; auch Microsoft ist in der Klage genannt.
Die Tech-Schwergewichte Elon Musk und Sam Altman treffen am Montag in einem brisanten Prozess aufeinander. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Machtkampfs.
Der Milliardär Musk, ein früher Investor in das Unternehmen für künstliche Intelligenz, verklagt OpenAI-Chef Altman, den Präsidenten Greg Brockman und Microsoft. Sie sollen eine Vereinbarung gebrochen haben, wonach OpenAI als gemeinnützige Organisation der Menschheit zugutekommen sollte.
Musk sagt, Altman habe ihn getäuscht, als er das Unternehmen von einer Non-Profit-Organisation in ein gewinnorientiertes Unternehmen umbaute. Die Bewertung von OpenAI liegt inzwischen bei fast einer Billion US-Dollar, und ein Börsengang gilt als wahrscheinlich.
Hier die wichtigsten Fakten zum Prozess.
Der Prozess findet am US-Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens in Oakland statt. Vorsitz führt Richterin Yvonne Gonzalez Rogers.
Die Verhandlung beginnt am Montag und dürfte etwa zwei bis drei Wochen dauern.
Auf der Zeugenbank werden voraussichtlich Musk, Altman und Microsoft-Chef Satya Nadella sitzen.
Was wirft Musk vor?
Altman, Musk und weitere Mitgründer gründeten OpenAI im Jahr 2015 als gemeinnützige Organisation.
Musk war anfangs der größte private Geldgeber von OpenAI und steuerte mehr als 44 Millionen US-Dollar zu dem damaligen Start-up bei.
2018 verließ Musk den Verwaltungsrat von OpenAI nach einem Zerwürfnis mit Altman. Bereits ein Jahr zuvor soll er vergeblich versucht haben, sich mehr Kontrolle über das Unternehmen zu sichern.
2022 brachte OpenAI ChatGPT auf den Markt und stieg mit massiver Beteiligung von Microsoft zu einem der wertvollsten und einflussreichsten KI-Unternehmen auf.
2025 wandelte OpenAI sein Kerngeschäft in ein profitorientiertes Unternehmen um.
Musk reichte 2024 Klage ein. Er wirft OpenAI vor, eine Vereinbarung gebrochen zu haben, wonach Durchbrüche in der KI frei zugänglich für die Öffentlichkeit sein sollten, und stattdessen ein milliardenschweres Bündnis mit Microsoft geschlossen zu haben, das 13 Milliarden US-Dollar (12 Milliarden Euro) investierte.
OpenAI Inc. sei „in ein Closed-Source-Unternehmen und eine faktische Tochter des größten Technologiekonzerns der Welt, Microsoft“ verwandelt worden, heißt es in der Klage.
Der Tesla-Chef, der mit xAI auch ein eigenes Unternehmen für generative KI betreibt, sieht darin einen Vertragsbruch.
Was sagt OpenAI?
OpenAI veröffentlichte 2024 eine Sammlung von E-Mails (Quelle auf Englisch), aus denen hervorgeht, dass Musk die Pläne unterstützte, ein gewinnorientiertes Unternehmen zu schaffen, dessen Spitze er selbst übernehmen, dessen Aufsichtsrat er kontrollieren und das er mit Tesla verschmelzen wollte.
OpenAI hat Musks Vorwürfe immer zurückgewiesen und erklärt, Musk habe bereits 2017 zugestimmt, dass die Gründung einer profitorientierten Einheit notwendig sei.