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Auto China 2026: Chinas Autoriesen verändern Europas Automarkt

Auto China 2026
Auto China 2026 Copyright  Euronews
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Von Mereuyert Zhakiyanova
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Jeder zweite Europäer kann sich ein chinesisches Auto vorstellen, und die Auto China 2026 zeigt, warum. Euronews war vor Ort.

Wer sich durch die überfüllten Hallen der Auto China 2026 in Beijing drängt, braucht Ausdauer. Die schiere Zahl der Modelle zieht vor allem europäische Besucher an.

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Erstmals verteilt sich die Messe auf zwei Gelände: das China International Exhibition Center und das Capital International Convention and Exhibition Center. Zusammen kommen sie auf eine Rekordfläche von 380.000 Quadratmetern.

Unter dem Motto „Lead the Era, Intelligent Future“ betont die Messe Chinas Anspruch bei Elektrifizierung und vernetzter Fahrzeugtechnik und sorgt für großes internationales Interesse.

Größe und Höhepunkte

Mehr als 1.450 Fahrzeuge sind zu sehen, darunter 181 Weltpremieren und 71 Konzeptstudien. In dem zehntägigen Schaufenster ringen heimische und internationale Hersteller um Aufmerksamkeit.

Chinesische Marken prägen klar das Bild der Messe. BYD ist mit voller Modellpalette vertreten – von Dynasty, Denza und Yangwang bis Fangchengbao – und zeigt an eigenen Ständen seine Schnelllade-Technologie Flash Charge und das Überwachungssystem Sky Eye.

Rivale Chery tritt ähnlich offensiv auf und bündelt die Marken iCAR, EXEED, Jetour und Zongheng unter einem Dach. Neu ist unter anderem der EXEED EX7, der als vollelektrische Version und als Reichweitenverlängerer zwischen 194.900 und 258.900 Yuan kosten soll, sowie der robuste Pickup Weilin R08 PRO.

Geely stellt Zeekr, Lynk & Co, Geely Galaxy und China Star in einer halb exklusiven Halle aus. Das Unternehmen präsentiert dort die Technikpakete All-Domain AI 2.0 und Safety 2.0 sowie einen neuen Technologiebereich mit Super Eva, Qianli Haohan G-ASD 4.0 und der sogenannten Intelligent Egg Cabin.

Roewe zeigt die neue, auf künstliche Intelligenz ausgerichtete Produktlinie „Jiayue“, die gemeinsam mit Volcengine entwickelt wurde.

Xiaomi bringt seine Serienmodelle mit, darunter die neue Generation von SU7, YU7 und SU7 Ultra. Außerdem erlebt die Studie Vision Gran Turismo nach der Premiere auf dem Mobile World Congress in Barcelona ihre Asienpremiere – ein weiteres Beispiel dafür, wie stark Techkonzerne das Autodesign inzwischen prägen.

Auch internationale Schwergewichte wie BMW, Mercedes-Benz, Audi, Toyota, Volvo und Ford zeigen ihre Topmodelle. So behauptet die Auto China ihren Anspruch als globale Leitmesse.

Chinesische Autos in Europa

Die chinesische Autoindustrie orientiert sich immer stärker auf den Export. Dank ihrer Stärke bei Batterien, Software und vernetzten Diensten kann sie Fahrzeuge mit aggressiven Preisen und kurzen Entwicklungszyklen anbieten.

„Jeder zweite europäische Kunde kann sich vorstellen, als nächstes ein chinesisches Auto zu kaufen“, sagt Georg Mrusek, Auto- und China-Experte der Unternehmensberatung Horváth, am Rande der Messe.

Analysen von Horváth zeigen, dass chinesische Pkw in Teilen Europas bereits auf Marktanteile von über zehn Prozent kommen – etwa in Norwegen, dem Vereinigten Königreich und Italien. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen liegt ihr Anteil am europäischen BEV-Markt bei rund 14 Prozent.

Mrusek rechnet damit, dass der chinesische Anteil in Europa in den kommenden vier bis fünf Jahren auf 15 bis 25 Prozent steigt. Die europäischen Märkte müssen sich auf härteren Wettbewerb bei Preisen, Ausstattung und digitalen Diensten einstellen – und auf mehr chinesische Produktion sowie lokale Kooperationen.

Setzen sich die aktuellen Trends fort, könnten chinesische Marken in den nächsten zehn Jahren mehr als 30 Prozent des europäischen Marktes erobern. Voraussetzung sind allerdings überzeugende Angebote bei Service und Ersatzteilen, eine stärkere Lokalisierung und die Bewältigung regulatorischer Hürden.

Mehr als nur Autos

Branchenvertreter betonen auf der Auto China 2026, dass chinesische Unternehmen längst nicht mehr nur Autos verkaufen, sondern integrierte digitale Plattformen.

„Automobilbau dreht sich nicht mehr nur um das Fahrzeug selbst. Das Auto entwickelt sich zu einer Technologieplattform, die das Leben der Menschen verbindet“, sagt James Pearson, Gründer und CEO der Werbeagentur Lionheart Global. Traditionelle Hersteller müssten dieses Tempo mitgehen, da chinesische Marken rasant KI, Dienste und ganze Ökosysteme in ihre Fahrzeuge integrieren.

Für das Publikum öffnet die Auto China 2026 am 28. April. Die Messe findet im jährlichen Wechsel in Beijing und Shanghai statt.

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