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Google stellt umfassende KI-Generalüberholung seiner Suchmaschine vor

ARCHIV - Foto vom Donnerstag, dem sechsten März 2008: Das Google-Logo an der Eingangstür des neuen europäischen Technologiezentrums in Zürich, Schweiz.
ARCHIV - Aufnahme vom Donnerstag, 6. März 2008: Das Google-Logo an der Eingangstür des neuen europäischen Technologiezentrums in Zürich, Schweiz. Copyright  AP Photo/Keystone, Walter Bier
Copyright AP Photo/Keystone, Walter Bier
Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Techriese stellt umfassende Neuerungen für Suche, Gemini und KI-Brillen vor und treibt damit den Aufbau eines konsequent auf KI ausgerichteten Ökosystems voran.

Google hat am Dienstag seine jährliche Entwicklerkonferenz genutzt, um eine ambitionierte neue KI-Strategie vorzustellen. Das Unternehmen zeigte eine ganze Reihe von Produkten und Updates, die Gemini zum Zentrum seines Ökosystems machen sollen.

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Beim I/O-2026-Event in Kalifornien sprach CEO Sundar Pichai von einer neuen „agentischen“ Ära. Google verlagert sich auf ein KI-System, das eigenständig Aufgaben erledigen soll.

Für Pichai umfasst diese Ära auch KI-Agenten. Sie sollen in viele Google-Dienste einziehen, etwa in die Suche und den Chatbot Gemini.

„Seit wir das Unternehmen vor zehn Jahren auf ‚AI-first‘ ausgerichtet haben, sehen wir künstliche Intelligenz weiterhin als den tiefgreifendsten Weg, unsere Mission voranzubringen und das Leben vieler Menschen im großen Maßstab zu verbessern“, sagte Pichai in seiner Eröffnungsrede (Quelle auf Englisch).

Die Ankündigungen erfolgen in einem Markt, der sich rasant ausweitet und in dem Google unter zunehmendem Druck von Konkurrenten wie OpenAI, Microsoft und Anthropic steht.

Google-Suche: größter Umbau seit fünfundzwanzig Jahren

Eine der größten Neuerungen betrifft ein umfassendes Redesign der Google-Suche (Quelle auf Englisch), der wichtigsten Suchmaschine des Konzerns. Nach Unternehmensangaben nutzen sie weltweit mehr als drei Milliarden Menschen.

Die neue, KI-gestützte Suchleiste „Intelligent Search“ soll Nutzerinnen und Nutzern erlauben, genau zu beschreiben, was sie brauchen – ohne Schlagwörter. Google spricht vom „größten Upgrade unserer Suchleiste seit über fünfundzwanzig Jahren“.

Ein Beispiel im Google-Blog zeigt: Eine Nutzerin tippt in das Suchfeld, dass sie ein neues Hobby, Töpfern, beginnen möchte, und bittet um Vorschläge für Kurse am Dienstagabend oder am Wochenende in ihrer Nähe.

Daraufhin erhält sie eine gezieltere Liste mit Treffern. Über den KI-Modus der Suche kann sie nachhaken; Google zufolge bleibt dabei der Kontext erhalten, auch wenn man weiter in die Ergebnisse einsteigt.

Für längere Vorhaben wie eine Hochzeitsplanung oder einen Umzug integriert Google sogenannte Coding-Agenten in die Suche. Sie sollen Nutzerinnen und Nutzern helfen, individuelle Dashboards oder „Mini-Apps“ zu erstellen, in die sie später zurückkehren und weiterarbeiten können.

Googles Video zu den Änderungen an der Suchmaschine

Die Google-Suche erhält zudem Informations-Agenten, also personalisierte KI-Assistenten. Nutzer können sie so einrichten, dass sie im Hintergrund arbeiten und „genau im richtigen Moment finden, was Sie brauchen“, sagte Pichai.

Ein Beispiel: Eine Nutzerin bittet die Suche, sie zu informieren, sobald ihr Lieblingssportler eine Kooperation mit einer Schuhmarke ankündigt. Google will dann Benachrichtigungen schicken, wenn passende Beiträge auf Webseiten, Blogs, in sozialen Netzwerken oder in News-Portalen erscheinen.

Der Umbau der Suche folgt auf Sorgen, dass die KI-Antworten „AI Overviews“ den Besucherstrom auf externe Webseiten verringern.

Zwei neue Gemini-Modelle

Auf der Konferenz stellte Google seine neuesten KI-Werkzeuge vor: Gemini Omni, das „aus jeder Eingabe etwas erzeugen“ kann, und Gemini 3.5, eine leichtere Version des Modells, die schneller und günstiger laufen soll.

Omni erlaubt es laut dem Unternehmen (Quelle auf Englisch), Video, Bilder, Audio und Text zu kombinieren, um hochwertige Videos zu erstellen. Nutzerinnen und Nutzer können Clips zudem bearbeiten, indem sie sich mit der KI darüber unterhalten, was im Film geändert werden soll.

Googles Video zur Einführung von Omni

Eine Demo zeigt einen Nutzer, der sich selbst filmt, wie er einen Spiegel berührt; seine Hand wird metallisch, nachdem Gemini den Auftrag bekommen hat, „den Spiegel wie Flüssigkeit kräuseln zu lassen“ und den Arm in dasselbe Material zu verwandeln.

Das neue Modell kann zudem abschätzen, was in einer Szene als Nächstes passieren sollte. Ein Blogeintrag verweist auf Geminis Kombination aus Wissen über Geschichte, Wissenschaft und kulturelle Kontexte.

Gemini 3.5 Flash ist laut Google auf Entwickler- und Prüfaufgaben zugeschnitten. Solche Arbeiten sollen sich in einem Bruchteil der Zeit erledigen lassen und weniger als die Hälfte anderer Spitzenmodelle kosten, da das System konkrete Probleme wie die Entwicklung neuer Anwendungen lösen kann.

Ein leistungsfähigeres Modell Gemini 3.5 Pro deutete das Unternehmen ebenfalls an. Es soll noch im Laufe dieses Jahres erscheinen.

Konversations-KI in Googles Produkten

Google weitet außerdem den Einsatz von KI in seinen Verbraucher-Apps und Produktivitätsdiensten aus.

Neu sind unter anderem eine sprachgesteuerte Suche in Gmail, „Docs Live“, mit der sich aus gesprochenen Notizen Dokumente erstellen lassen, das Suchwerkzeug „Ask YouTube“, über das Nutzer Fragen direkt auf der Videoplattform stellen können, sowie KI-gestützte Bildbearbeitung.

Auf YouTube sollen Nutzerinnen und Nutzer Videos sehen, die besser zu ihren Interessen passen; die Plattform springt direkt an die für sie relevantesten Stellen im Clip.

Zudem aktualisierte Google seine Entwicklerplattform. Neue Tools im AI Studio ermöglichen es, Android-Apps aus natürlich formulierten Textanweisungen zu generieren.

Googles Vorstoß mit KI-Brillen

Google hat außerdem seinen Vorstoß in Hardware für erweiterte Realität erneuert (Quelle auf Englisch) und aktualisierte Android-XR-Smart-Brillen vorgestellt.

Der Konzern entwickelt zwei Arten von Brillen: Audiobrillen, die den Nutzerinnen und Nutzern über das Ohr gesprochene Hilfe bieten, und Display-Brillen, die Informationen bei Bedarf direkt im Sichtfeld einblenden, so das Unternehmen.

Bei den Audiobrillen können Nutzer „Hey Google“ sagen oder den Rahmen antippen, um sich Live-Hilfe zu holen. Die Brille liefert zusätzliche Informationen zu dem, was sie sehen, unterstützt bei der Navigation, macht und bearbeitet Fotos oder übersetzt Gespräche in Echtzeit.

Google bestätigte Kooperationen mit Brillenmarken wie Warby Parker und Gentle Monster. Die Audiobrillen sollen im Herbst als Teil deren Kollektionen auf den Markt kommen.

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