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Vom Feind zum Verbündeten? USA wollten Irans Ahmadinedschad zurück an der Macht - über Ungarn

Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht mit Medienvertretern, nachdem er sich am zwölften Mai 2021 in Teheran für die Präsidentschaftswahl im Juni registriert.
Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht in Teheran mit Medien, nachdem er sich am zwölften Mai 2021 für die Präsidentschaftswahl im Juni registriert hat. Copyright  Abedin Taherkenareh/MTI/MTI
Copyright Abedin Taherkenareh/MTI/MTI
Von Peter Kristof
Zuerst veröffentlicht am
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Laut einem Bericht der New York Times sollen Israel und die USA nach einem Machtwechsel in Teheran geplant haben, den notorisch antisemitischen Ex-Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Iran wieder an die Staatsspitze zu bringen.

Der Verdacht erhärtet sich, dass der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad an einer Geheimdienstoperation beteiligt war, als er zweimal – 2024 und 2025 – nach Ungarn reiste – das schreibt der Investigativjournalist Szabolcs Panyi auf seiner Facebook-Seite, unter Verweis auf einen Artikel der New York Times.

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Als erstes hatte Euronews über den Geheimbesuch berichtet, bei dem Ahmadinedschad 2024 an der Nemzeti Közszolgálati Egyetem in Budapest einen Vortrag mit dem Titel "Gemeinsame Werte im globalen Umfeld" hielt. Der New-York-Times-Artikel betont, dass der damalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ein enges Verhältnis zum israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu pflegte – und dass Ahmadinedschad an einer "mit Orbán verbundenen Universität“ auftrat.

Ein Jahr später, nämlich 2025, nahm Mahmud Ahmadinedschad ebenfalls in Budapest an der Konferenz "Nachhaltigkeit in einer sich wandelnden Welt" teil. Panyi schreibt, aus dem aktuellen Beitrag der New York Times lasse sich "rückverfolgen, worüber in Wirklichkeit gesprochen wurde".

Vom Feind zum Verbündeten?

Der Artikel beruft sich auf Informationen von US-Regierungsvertretern. Demnach wollten Israel und die USA Ahmadinedschad nach einem Regimewechsel wieder an die Spitze Irans bringen. Der frühere Präsident beteiligte sich an diesem Plan und arbeitete mit Israelis und US-Amerikanern zusammen, die er zuvor als Erzfeinde betrachtet hatte.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der 69-jährige Ahmadinedschad die Macht übernimmt, nachdem israelisch-amerikanische Luftschläge Ende Februar und Anfang März 2026 die gesamte iranische Staatsspitze getötet hatten.

Nach Einschätzung der New York Times war das eine höchst überraschende Wahl. Zwischen 2005 und 2013 war Ahmadinedschad für seine hasserfüllte Rhetorik und Politik berüchtigt: Er leugnete den Holocaust, behauptete, im Iran gebe es keine Homosexuellen, und kündigte an, Israel von der Landkarte zu tilgen.

Zuletzt war Ahmadinedschad in Iran politisch kaltgestellt

Nach dem Ende seiner Amtszeit entwickelte sich Ahmadinedschad zu einem scharfen Kritiker des Regimes und seiner Führungspersönlichkeiten. Er warf ihnen Korruption vor und wurde politisch kaltgestellt: Der iranische Wächterrat schloss ihn 2017, 2021 und 2024 von der Präsidentschaftskandidatur aus.

Danach schränkten die Behörden Ahmadinedschads Bewegungsfreiheit im Iran immer stärker ein, bis er faktisch unter Hausarrest stand. Trotz seiner politischen Isolation blieb der ehemalige Präsident populär und verfügte über detailliertes Wissen über die inneren Abläufe des Staates. Das dürfte ein Grund gewesen sein, warum Israelis und US-Amerikaner ihn als möglichen Staatschef nach einem Regimewechsel ins Auge fassten.

Einer der israelischen Luftangriffe auf den Iran – Ziel war das Wachhäuschen der Revolutionsgardisten, die den Ex-Präsidenten im Hausarrest bewachten – traf Ahmadinedschads Haus; der frühere Präsident soll bei dem Angriff verletzt worden sein.

Seitdem gilt Ahmadinedschad als verschwunden. Es ist unklar, wo er sich aufhält und in welchem Zustand er ist.

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