Als Reaktion auf die jüngsten SAS-Pläne stockt die Billigfluggesellschaft Norwegian ihr Angebot in der gesamten Region deutlich auf.
Die skandinavische Fluggesellschaft SAS will im April mindestens tausend Flüge streichen. Auslöser sind stark gestiegene Kerosinkosten infolge des Konflikts im Nahen Osten.
„Der Preis für Kerosin hat sich innerhalb von zehn Tagen verdoppelt“, sagte CEO Anko van der Werff der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri. „Auch wenn wir versuchen, steigende Kosten so weit wie möglich aufzufangen, ist das ein Schock, der die Luftfahrtbranche direkt trifft.“
SAS gehörte zu den ersten Fluggesellschaften, die höhere Ticketpreise angekündigt haben, um die explodierenden Kerosinpreise abzubilden.
„Wir streichen im März einige Hundert Flüge, versuchen unsere Verbindungen aber so weit wie möglich zu sichern“, sagte der SAS-Chef. Nach Ostern, wenn die Nachfrage normalerweise zurückgeht, erwartet er weitere Ausfälle.
Insgesamt seien von den Maßnahmen „mindestens tausend“ Flüge betroffen, betonte er. Angesichts von rund 800 täglichen Verbindungen bei SAS bleibe der Umfang jedoch begrenzt.
Die meisten der im März gestrichenen Flüge betreffen Inlandsstrecken in Norwegen. Nur wenige Verbindungen in Schweden und Dänemark fallen laut einer SAS-Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP weg.
„Angesichts der anhaltenden Lage im Nahen Osten und des abrupten Anstiegs der globalen Treibstoffpreise ergreifen wir Maßnahmen, um unsere Widerstandskraft zu stärken“, heißt es in der Erklärung.
„Eine dieser Maßnahmen ist eine begrenzte Zahl kurzfristiger Flugstreichungen.“
Norwegian stockt Angebot auf
Als Reaktion auf die SAS-Ankündigung baut der Konkurrent Norwegian seine Kapazitäten in der Region aus und will laut NKR zwischen dem 25. März und dem 12. April zusätzlich 120 Abflüge anbieten, um von den Streichungen betroffene Passagiere aufzunehmen.
Die Airline erklärte, die zusätzlichen Flüge sollten der hohen Oster-Nachfrage nach den zahlreichen Streichungen bei SAS gerecht werden. Die meisten neuen Verbindungen starten in nordischen Ländern und führen zu beliebten Zielen in Spanien.
Steigende Kerosinkosten: Airlines erhöhen Ticketpreise
Seit die USA und Israel Ende Februar Iran angegriffen haben und Teheran mit Angriffen auf Ölanlagen in mehreren Golfstaaten reagierte, ist der Preis für ein Barrel Brent-Öl auf rund 100 US-Dollar gestiegen.
Die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasbedarfs transportiert wird, ist de facto blockiert.
Mehrere Fluggesellschaften, darunter Air France-KLM, Cathay Pacific, Air India, Qantas und SAS, haben ihre Tarife wegen der gestiegenen Kerosinpreise erhöht. Viele Airlines haben zudem aus Sicherheitsgründen Flüge in den Nahen Osten ausgesetzt.
Fachleute erwarten, dass die Ticketpreise noch monatelang hoch bleiben, selbst wenn sich der Krieg abschwächt. Zudem wächst die Nachfrage auf Flugrouten, die Umsteigestopps im Nahen Osten und am Golf vermeiden. Auch das treibt die Preise für Reisende nach oben.